Regionalliga Wetten: Was erlaubte Anbieter zeigen dürfen – und was nicht
Stand: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 2. Oktober 2026

Die Frage klingt einfach: Kann ich auf die Regionalliga wetten? In Deutschland lautet die Antwort für jeden Anbieter mit deutscher Erlaubnis nein. Fußball unterhalb der 3. Liga gilt als Amateurbereich, und Veranstaltungen, an denen überwiegend Amateure teilnehmen, sind nach dem Glücksspielstaatsvertrag vom Wettmarkt ausgeschlossen. Wer trotzdem einen Tipp auf ein Spiel der Staffel Nord, Nordost, West, Südwest oder Bayern platzieren will, landet fast immer bei einem Anbieter ohne deutsche Erlaubnis – mit allen Konsequenzen, die das nach sich zieht.
Was die Regionalliga ist – und warum das Wettangebot daran hängt
Die Fußball-Regionalliga ist seit der Saison 2008/09 die vierthöchste Spielklasse im deutschen Männerfußball. Zuvor hatte sie als dritte Liga fungiert; nach dem Aufstieg der 3. Liga in den Profibereich wurde sie neu zugeschnitten. Heute besteht sie aus fünf eingleisigen Staffeln, die parallel zueinander spielen. Jede Staffel umfasst 18 bis 20 Mannschaften, die Hauptverantwortung liegt seit 2012/13 nicht mehr beim DFB, sondern bei fünf regionalen Ligaverbänden.

Aus dieser Struktur ergibt sich die sportliche Pointe: Aus der Regionalliga steigen seit 2019 die Meister von drei Staffeln direkt in die 3. Liga auf. Die restlichen zwei Staffelmeister spielen in einem Playoff den vierten Aufsteiger aus. Das macht die Liga sportlich interessant – Aufstiegsdruck, lokale Rivalitäten, junge Spieler auf dem Sprung in den Profibereich. Genau diese Mischung ist es, die den Wettmarkt anzieht. Sie ist aber auch der Grund, warum die deutsche Regulierung die Tür schließt.
Der entscheidende Punkt steht in § 21 Abs. 1a des Glücksspielstaatsvertrags: Verboten sind Wetten auf Veranstaltungen, an denen überwiegend Minderjährige oder Amateure teilnehmen. Die GGL wendet das auf den Männerfußball unterhalb der 3. Liga an – die Regionalliga, die Oberliga, die Landesliga. Damit ist nicht die Wettquote das Problem und nicht die Wettart. Es ist die Veranstaltung selbst. Ein Anbieter mit deutscher Erlaubnis darf schlicht kein Spiel dieser Ligen listen, unabhängig davon, ob 1X2, Handicap, Über/Unter oder eine andere Variante angeboten würde.
Für Buchmacher heißt das: Wer die Whitelist führen will, lässt die Regionalliga aus dem Wettprogramm heraus. Wer sie nicht herauslässt, kommt nicht auf die Whitelist. So entsteht der Markt, den die folgenden Abschnitte beschreiben.
Die Rechtslage: Was das deutsche Regelwerk verbietet – und was es erlaubt
Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) ist seit dem 1. Juli 2021 die zentrale Aufsichtsbehörde für Sportwetten im Internet. Sie vergibt die Erlaubnis nach § 9a Abs. 1 Nr. 3 GlüStV, überwacht die Inhaber und spricht Bußgelder aus. Die offizielle Whitelist nach § 9 Abs. 8 GlüStV ist die einzige verlässliche Quelle, um zu prüfen, ob ein Anbieter in Deutschland Sportwetten anbieten darf. Im Stand vom 2. Oktober 2026 führt die Liste 27 Inhaber mit Sportwetten-Erlaubnis – jeder mit einer .de-Domain, jeder mit einem ausgewiesenen Malta- oder Gibraltar-Sitz der Betreibergesellschaft. Eine .de-Domain allein beweist allerdings noch nichts: Auch Anbieter ohne Erlaubnis nutzen deutsche Domains.

Was darf auf den Wettschein? Der Katalog steht in § 21 Abs. 1: festgelegte Quoten auf den Ausgang einer Sportungsveranstaltung oder eines Abschnitts davon, als Einzel- oder Kombinationswette. Was nicht erlaubt ist, regelt Abs. 1a: Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren, manipulationsanfällige Wetten sowie Wetten auf Regelverstöße und deren Sanktionierung. Die GGL-Praxis zieht die Linie beim Männerfußball konsequent unterhalb der 3. Liga. So erklärt sich, dass auf der Whitelist zwar Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und DFB-Pokal stehen – die Regionalliga aber konsequent fehlt.
Eine weitere Einschränkung betrifft das Live-Wetten-Programm nach § 21 Abs. 4. Während eines laufenden Spiels sind nur Wetten auf das Endergebnis sowie auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine vergleichbare Komponente erlaubt – und nur in Sportarten, in denen solche Ereignisse selten sind. „Nächstes Tor“ beim Fußball: ja. „Nächster Punkt“ beim Tennis: nein. „Nächster Korb“ beim Basketball: nein. Das ist eine eigene Marktlogik, die mit dem Amateurstatus der Regionalliga nichts zu tun hat, aber das Live-Angebot bei erlaubten Anbietern generell schmaler macht.
Was nicht in den Katalog aufgenommen wurde: Esports. Die GGL stellt klar, dass Esports nicht als Sport anerkannt ist und Wetten darauf im deutschen Erlaubnismodell nicht möglich sind. Wer also auf einen CS:GO-Match oder ein League-of-Game tippen will, findet bei lizenzierten Anbietern kein Angebot – wieder kein Mangel an Quote, sondern ein grundsätzlicher Ausschluss. Zu virtuellen Sportarten schweigt das Regelwerk; eine Aussage zur Legalität wäre gewagt, also schweigt diese Seite an der Stelle ebenfalls.
Spielerschutz: Was OASIS, LUGAS und das Einzahlungslimit leisten
Wer bei einem Anbieter mit deutscher Erlaubnis wettet, bewegt sich in einem Schutzrahmen, der bei Offshore-Buchmachern nicht greift. Drei Bausteine prägen diesen Rahmen.
Erstens: Identitätsprüfung und ein Konto pro Anbieter. § 6a GlüStV schreibt die vollständige Verifizierung vor. Vor der Verifizierung darf ein Anbieter höchstens 72 Stunden Spiel ermöglichen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Wer also noch nicht verifiziert ist, kann weder Gewinne auszahlen lassen noch den vollen Funktionsumfang nutzen.
Zweitens: das Einzahlungslimit nach § 6c Abs. 1. Es liegt standardmäßig bei 1.000 € pro Kalendermonat, summiert über alle Anbieter hinweg. Die technische Durchsetzung läuft über die LUGAS-Limitdatei. Ein Anbieter darf für einzelne Spieler ein höheres Limit setzen – bis 10.000 € ohne weitere Bedingungen, im Korridor 10.000 bis 30.000 € für maximal ein Prozent seiner aktiven Spieler –, aber nur gegen nachgewiesene wirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Senkungen greifen sofort, Erhöhungen erst nach sieben Tagen.
Drittens: OASIS, das Spielersperrsystem nach §§ 8, 8a. Jeder Anbieter prüft bei Registrierung und Login, ob eine Sperre vorliegt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Ergänzend gibt es den Panikbutton nach § 6i Abs. 3: ein Sofortmechanismus, der für 24 Stunden jegliche Spielaktivität blockiert. Parallel laufende Konten bei verschiedenen Anbietern sind nach § 6h ohnehin verboten; das technische Mittel dafür ist die LUGAS-Aktivitätsdatei.
Für die Frage „Regionalliga wetten“ ist dieser Rahmen in zweierlei Hinsicht relevant. Erstens: Anbieter, die Spiele unterhalb der 3. Liga listen, unterliegen diesem Rahmen nicht. Ohne Erlaubnis keine Anbindung an OASIS, keine LUGAS-Einbindung, keine deutsche Spielersperre. Wer bei einem solchen Anbieter spielt, taucht im Sperrsystem nicht auf, auch wenn er sich selbst sperren lassen will – die Sperre greift nur auf Plattformen, die an OASIS angeschlossen sind. Zweitens: Die 1.000-€-Grenze gilt nur im erlaubten Markt. Wer zu einem Offshore-Anbieter ausweicht, hat diese Bremse nicht. Das klingt nach mehr Freiheit, ist aber ein Kontrollverlust.
Wettarten und Quoten: Was bei erlaubten Anbietern zur Verfügung steht
Wer Bundesliga, 2. Bundesliga oder 3. Liga tippt, findet das volle Programm: 1X2, Über/Unter, Handicap, Halbzeit/Endstand, Spielerwetten, Kombiwetten, Systemwetten. Bei Live-Wetten den zulässigen Ausschnitt – nächstes Tor, Endergebnis – und das auch nur, solange das Spiel nicht in einer TV-Übertragung läuft, die selbst Werbung für dieselbe Wette zeigt (§ 5 Abs. 3). Der Wettschein trägt den Einsatz, die Quote und – je nach Anbieter – die Wettsteuer, die der Veranstalter abführt.
Drei Begriffe, die immer wieder auftauchen, sind hier erklärungsbedürftig. Quotenschlüssel oder Auszahlungsquote ist der Anteil aller Einsätze, den ein Markt im Durchschnitt an die Spieler zurückgibt. Er berechnet sich als 1 ÷ (1/Quote₁ + … + 1/Quoteₙ) über alle möglichen Ausgänge eines Marktes. Was übrig bleibt, ist die Marge des Buchmachers – der Anteil, der nicht als Gewinn ausgeschüttet wird. Ein 1X2-Markt mit Quoten 2,10 / 3,40 / 3,60 ergibt eine Auszahlungsquote von rund 93,6 Prozent und damit eine Marge von etwa 6,4 Prozent. Das ist ein Beispielwert, keine zitierte Preisspanne; wer konkrete Margen vergleicht, sollte sie am Tag der Wette prüfen.
Cash Out ist eine Funktion, bei der der Anbieter dem Spieler anbietet, die Wette vor dem Ende des Ereignisses abzurechnen – zum aktuellen Wert, den der Anbieter selbst berechnet. Das ist eine reine Produktfunktion; § 21 schweigt dazu, und jeder Anbieter entscheidet selbst, ob und wie er Cash Out anbietet.
Bet Builder oder Wettkonfigurator kombiniert mehrere Märkte desselben Spiels zu einer Wette. Auch das ist eine Produktfunktion. Anbieter wie Betano, Betway und Sportingbet werben damit, der Funktionsumfang variiert.
Was am Ende vom Bruttoeinsatz übrig bleibt, hängt von der Wettsteuer ab. Die Sportwettensteuer nach §§ 16-25 RennwLottG beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ – effektiv rund 5,03 Prozent des gezahlten Betrags. Die Steuer schuldet der Veranstalter, nicht der Spieler (§ 19). Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, entscheidet der Anbieter in seinen AGB. Wer wissen will, was wirklich auf dem Wettschein steht, liest die AGB des Anbieters – ein „0 % Wettsteuer“ auf der Werbeseite ist eine Selbstauskunft und keine Garantie.
Sportarten und Wettbewerbe: Was die lizenzierten Anbieter listen
Die fünf Staffeln der Regionalliga – Nord, Nordost, West, Südwest, Bayern – sind das sportliche Substrat, nach dem viele Wettfreunde suchen. Dazu kommen Aufstiegsspiele zur 3. Liga und gelegentlich DFB-Pokalspiele, in denen Regionalligisten gegen Profimannschaften antreten. Letztere sind Wettgegenstand – sie sind Teil des DFB-Pokals –, aber das Spiel der Regionalligamannschaft davor ist es nicht.
Was die lizenzierten Anbieter stattdessen listen, ist im Kern das, was die deutsche Regulierung erlaubt: Profiligen in Deutschland, europäische Top-Ligen, internationale Wettbewerbe. Bundesliga und 2. Bundesliga stehen flächendeckend im Programm. 3. Liga ist Standard. DFB-Pokal, Champions League, Europa League, Premier League, La Liga, Serie A, Ligue 1 – alles vertreten. Dazu kommen je nach Anbieter NFL, NBA, ATP und WTA, die Grand-Slam-Turniere, Eishockey, Handball, Darts. Winamax etwa streamt über Winamax TV Spiele aus La Liga, Serie A, Ligue 1, Primeira Liga, Eredivisie und MLS, alle Grand Slams, ATP- und WTA-Turniere sowie NBA und NFL direkt ins Wettkonto. Sportingbet listet einen Konfigurator+ und Live-Wetten quer durch Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker. Betano bewirbt Bet Builder, Cash Out und Live-Streams zu LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL.
Über den Fußball hinaus gibt es Nischen. Wettstar etwa konzentriert sich auf Pferderennen und streamt Rennen aus Deutschland und der Welt live. Tipwin ist Premium Partner des Deutschen Basketball Bundes – die Partnerschaft läuft mindestens bis zum 31. Dezember 2026. Solche Spezialisierungen erklären, warum die Vergleichstabelle am Ende dieser Seite nicht einfach „mehr Ligen gleich besser“ liest, sondern die Profile der einzelnen Anbieter.
Wer konkret wissen will, ob ein Anbieter eine bestimmte Liga führt, prüft das Wettprogramm auf der Seite des Anbieters. Listen ändern sich mit dem Spielplan, und kein Anbieter ist verpflichtet, jede verfügbare Liga dauerhaft im Programm zu führen.
Kostenbeispiel: Was eine Wette auf einen erlaubten Markt wirklich kostet
Um den Unterschied zwischen beworbener Quote und dem, was beim Spieler ankommt, greifbar zu machen, rechnet diese Seite ein erlaubtes Marktbeispiel durch. Es geht um einen fiktiven 1X2-Markt mit den Quoten 2,10 für den Heimsieg, 3,40 für das Unentschieden und 3,60 für den Auswärtssieg – beispielhaft, nicht zitiert.
Die Auszahlungsquote berechnet sich aus der Kehrwertsumme der drei Quoten: 1/2,10 + 1/3,40 + 1/3,60 ≈ 0,4762 + 0,2941 + 0,2778 ≈ 1,0481. Der Kehrwert davon ist 1 ÷ 1,0481 ≈ 0,9541, also rund 95,4 Prozent. Die Marge – der Anteil, der nicht als Gewinn ausgeschüttet wird – liegt entsprechend bei rund 4,6 Prozent. In der Praxis schwankt diese Marge je nach Sportart, Markt und Anbieter; Werte zwischen vier und sieben Prozent sind bei populären Fußballmärkten üblich, bei Nischenmärkten oft höher.
Was bedeutet das für den Spieler? Bei einem Einsatz von 10 € auf den Heimsieg zur Quote 2,10 erhält der Spieler im Erfolgsfall 21 € zurück. Davon gehen je nach Anbieter 0,53 € Wettsteuer ab, wenn der Anbieter sie an den Kunden weitergibt – oder der Anbieter schluckt sie und schreibt 21 € gut. Im Misserfolgsfall sind die 10 € weg, und der Spieler hat im Schnitt 0,46 € an die Marge verloren (4,6 Prozent des Einsatzes). Über viele Wetten gemittelt ist die Marge der Anteil des Einsatzes, der dauerhaft beim Anbieter bleibt. Sie ist der Preis, den der Spieler für die Dienstleistung zahlt – und sie ist der Grund, warum „sichere Systeme“ auf Dauer nicht funktionieren: Die Marge gehört dem Haus, unabhängig davon, wie der Spieler seine Wetten kombiniert.
Angebot außerhalb der Whitelist: Was es kostet, dort zu spielen
Wer im Internet nach „Regionalliga Wetten“ sucht, stößt schnell auf Anbieter, die sehr wohl Spiele der Regionalliga listen. Diese Anbieter stehen in der Regel nicht auf der Whitelist der GGL. Eine Lizenz aus Curaçao, Anjouan oder Malta bedeutet in Deutschland keine Erlaubnis, Sportwetten an deutsche Kunden zu vermitteln – das ist nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubtes Glücksspiel.
Die unmittelbare Folge: kein Anschluss an OASIS, kein Anschluss an LUGAS, kein deutsches Einzahlungslimit. Wer sich selbst sperren lassen will, muss das auf jeder Plattform einzeln tun – und kann darauf vertrauen, dass die Sperre dort auch eingehalten wird. Wer ein Auszahlungsproblem hat, kann sich an die GGL wenden, aber deren Sanktionshebel reicht nur, wenn der Anbieter eine deutsche Erlaubnis hat oder hatte. Wer eine Wettstreitigkeit hat, muss vor einem ausländischen Gericht klagen oder auf den guten Willen des Anbieters hoffen.
Drei weitere Punkte, die oft übersehen werden. Erstens: Die Wettsteuer fällt auch bei nicht erlaubten Anbietern an. Dass ein Anbieter sie ordnungsgemäß abführt, beweist nicht, dass er eine Erlaubnis hat – die Steuerfrage ist eine Sache des Finanzamts, die Erlaubnisfrage eine der GGL. Zweitens: Die GGL hat am 17. September 2026 Verbraucherinnen und Verbraucher ausdrücklich vor der Teilnahme an illegalen Angeboten gewarnt und in einer Pressemitteilung das Beispiel „Platincasino“ genannt. Die Aufsichtsbehörde geht aktiv gegen Offshore-Angebote vor, mit Verbotsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzwerkblockaden nach § 9 GlüStV. Drittens: Die deutsche Zivilrechtsprechung hat in mehreren Fällen Anbieter ohne Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem EuGH am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlungspflicht entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico mehr als 3.700 € Verluste aus den Jahren 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt am EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unlizenzierte Anbieter zur Rückzahlung verpflichtet werden können – mit einer Ausnahme für Fälle, in denen Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorerst nicht durchzusetzen. Eine Garantie für den Einzelfall ist das nicht. Es zeigt aber, dass die Rechtslage nicht in Stein gemeißelt ist.
Strafrechtlich bleibt festzuhalten: Die Organisation unerlaubten Glücksspiels kann nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, die Werbung dafür nach § 287 StGB mit bis zu einem Jahr. Die Teilnahme steht nach § 285 StGB unter Strafe, wird aber in der Praxis nicht verfolgt – es ist weder eine Aufforderung noch eine Dramatisierung, das festzustellen.
Vergleich der erlaubten Anbieter: Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf
Die folgende Tabelle führt die zehn Anbieter, die laut Whitelist der GGL (Stand 2. Oktober 2026) eine Sportwetten-Erlaubnis für eine .de-Domain halten. Sie ist keine Empfehlung und keine Rangordnung. Sie zeigt, welcher Anbieter seit wann auf der Whitelist steht und wer hinter der Domain steht – zwei Angaben, die der Leser für eine eigene Einschätzung braucht.
| Anbieter | Whitelist-Status | Genehmigungsinhaber | Sportwetten-Erlaubnis seit |
|---|---|---|---|
| Betano | GGL-Whitelist (erlaubt) | Betkick Sportsbetting Limited | 19.02.2021 |
| sportwetten | GGL-Whitelist (erlaubt) | NetX Betting Limited | 19.11.2020 |
| Sportingbet | GGL-Whitelist (erlaubt) | Sportingbet (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
| Betway | GGL-Whitelist (erlaubt) | Betway Limited | 09.03.2021 |
| 888sport | GGL-Whitelist (erlaubt) | 888 Germany Limited | 30.06.2021 |
| VBet | GGL-Whitelist (erlaubt) | SCGO Limited | 05.12.2023 |
| MERKUR BETS | GGL-Whitelist (erlaubt) | Merkur Bets Malta Limited | 06.11.2023 |
| AdmiralBet | GGL-Whitelist (erlaubt) | Greentube Betting Malta Limited | 09.10.2020 |
| bet365 | GGL-Whitelist (erlaubt) | Hillside (Europe) ENC | 09.10.2020 |
| bpremium | GGL-Whitelist (erlaubt) | Ladbrokes (Deutschland) Limited | 09.10.2020 |
Was die Tabelle nicht zeigt: das Wettprogramm jedes Anbieters im Detail. Die Begründung steht oben – die Regionalliga gehört bei keinem der zehn Anbieter zum Programm, weil die deutsche Erlaubnis das nicht hergibt. Was die Tabelle ebenfalls nicht zeigt: die Bonuskonditionen, die Mindestquoten, die Live-Wetten-Verfügbarkeit. Diese Daten schwanken, sind AGB-pflichtig und werden in den jeweiligen Anbieterprofilen ohnehin ständig aktualisiert.
Betano
Betano gehört zu den Anbietern, die mit dem Begriff „Bet Builder“ werben – also mehreren Märkten eines einzigen Spiels auf einem Wettschein. Die App bewirbt darüber hinaus Cash Out und Live-Streams zu Wettbewerben wie LaLiga, FA Cup, Tennis-Grand-Slams, NBA, EuroLeague und NFL. Hinter der Domain steht die Betkick Sportsbetting Limited, ansässig in Malta; die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 19. Februar 2021 dokumentiert, mit einer Folgeverfügung vom 16. Dezember 2022. Was Betano im Fußball unterhalb der 3. Liga anbietet, ist im Wettprogramm der App zu prüfen – und nach dem oben Gesagten strukturell auf das beschränkt, was die Erlaubnis hergibt.
sportwetten
Der Anbieter trägt seinen Namen als Domain und ist über die NetX Betting Limited auf der Whitelist geführt, mit Sitz in Birkirkara, Malta. Die Erlaubnis ist seit dem 19. November 2020 verzeichnet, mit einer Folgeverfügung vom 16. Dezember 2022. Für Spieler, die das Wettprogramm erkunden, gilt dasselbe wie bei Betano: Bundesliga, 2. Bundesliga, 3. Liga und DFB-Pokal sind Standard; alles darunter ist nicht im Programm, weil die Erlaubnis es nicht abdeckt.
Sportingbet
Sportingbet wirbt mit dem „Konfigurator+“ und Live-Wetten quer durch mehrere Sportarten – Fußball, Tennis, Basketball, Eishockey, Handball, Darts und Snooker sind im Programm. Hinter der Domain steht die Sportingbet (Deutschland) Limited mit Erlaubnis seit dem 9. Oktober 2020 (Folgeverfügung 21. Dezember 2022). Das Profil ist klassisch breit; eine Regionalliga-Option gehört nicht dazu.
Betway
Betway ist vor allem für zwei Funktionen bekannt: den Cash-Out, der im Bereich „Meine Wetten“ mit einem grünen Symbol erscheint und entweder den vollen Betrag oder einen Teil davon auszahlt, sowie den Wettkonfigurator, der Auswahlen aus verschiedenen Partien kombiniert. Hinter Betway steht die Betway Limited, Erlaubnis seit dem 9. März 2021 (Folgeverfügung 23. Dezember 2022). Wie bei den anderen Anbietern gilt: Das Wettprogramm folgt der Erlaubnis, nicht dem Wunsch des Spielers nach mehr Märkten.
888sport
Hinter 888sport steht die 888 Germany Limited; die Muttergesellschaft 888 Holdings PLC mit Sitz in Gibraltar ist seit September 2005 an der London Stock Exchange notiert. Die Sportwetten-Erlaubnis für 888sport ist seit dem 30. Juni 2021 verzeichnet (Folgeverfügung 15. Dezember 2022). Die Marke 888 ist im Casino-Bereich bekannter als im Sportwetten-Segment, was sich in der Breite des Wettprogramms niederschlägt – solide für die Standard-Ligen, ohne besondere Nischenausrichtung.
VBet
VBet wird in Deutschland über die SCGO Limited betrieben, ansässig in St. Julian’s, Malta. Die GGL führt die Sportwetten-Erlaubnis seit dem 5. Dezember 2023 – VBet ist damit einer der jüngeren Einträge auf der Whitelist. Die Plattform wirbt international mit einem breiten Wettprogramm; im deutschen Markt gilt dieselbe Einschränkung wie bei allen anderen hier gelisteten Anbietern.
MERKUR BETS
Die Merkur Bets Malta Limited betreibt die Domain MERKUR BETS, mit Erlaubnis seit dem 6. November 2023. Die App bewirbt „über 70 Sportarten und mehr als 250.000 Vorab- und Live-Wettmöglichkeiten“ und integriert in derselben App auch MERKUR SLOTS. Hinter „70 Sportarten“ steckt eine breite Aufstellung – was darunter an deutschen Amateurfußball fällt, ist im Wettprogramm zu prüfen, folgt aber denselben Regeln wie überall.
AdmiralBet
Die Greentube Betting Malta Limited betreibt AdmiralBet; die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet, mit Folgeverfügungen vom 13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024. Die Marke Admiral ist in Österreich stärker verankert als in Deutschland; die .de-Domain ist da, die Erlaubnis auch, das Wettprogramm entspricht dem Standard der Whitelist.
bet365
Hinter bet365 steht die Hillside (Europe) ENC mit Sitz in Ta’Xbiex, Malta – der Inhaber, den die GGL-Whitelist für diese Domain führt. Die Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 dokumentiert (Folgeverfügung 27. Dezember 2022). bet365 ist international einer der größten Sportwetten-Anbieter, mit einem Programm, das die erlaubten Märkte umfassend abdeckt. Die Regionalliga gehört nicht dazu, weil die Erlaubnis sie ausschließt.
bpremium
bpremium wird von der Ladbrokes (Deutschland) Ltd betrieben, mit Sitz in Gzira, Malta, und der Registernummer C92799. Die Nutzungsbedingungen sind in der Fassung vom 3. April 2023 dokumentiert. Die Sportwetten-Erlaubnis ist seit dem 9. Oktober 2020 verzeichnet (Folgeverfügung 21. Dezember 2022). bpremium positioniert sich als Marke aus dem Entain-Konzern, mit klassischem Buchmacher-Profil und Standard-Wettprogramm.
Was ein Spieler mit Regionalliga-Interesse realistisch tun kann
Wer die Spiele der Regionalliga sportlich verfolgt, hat mehrere legitime Wege. Erstens: das Spiel selbst besuchen. Mit 18 bis 20 Mannschaften pro Staffel und fünf Staffeln gibt es in jeder Region ein Heimspiel in erreichbarer Nähe. Die Atmosphäre auf den Stehplätzen ist ein eigenes Argument.
Zweitens: Live-Streams und Highlight-Sendungen nutzen. Einige regionale Sender und die Mediatheken der Verbände zeigen Ausschnitte. Die Bundesliga-Streams der lizenzierten Anbieter – La Liga, NBA, Grand Slams – sind für Fußballkonsum eine Alternative, nicht für die Regionalliga selbst.
Drittens: auf den DFB-Pokal warten. Wenn ein Regionalligist im DFB-Pokal gegen einen Profiverein spielt, ist dieses Spiel wettbar – weil der DFB-Pokal ein erlaubter Wettbewerb ist, unabhängig davon, aus welcher Liga einer der beiden Vereine kommt. Die Regionalliga-Mannschaft tritt im Pokal als Teil eines erlaubten Wettbewerbs an; das Ligaspiel am Wochenende davor ist es nicht.
Viertens: das Wettbudget in den erlaubten Märkten einsetzen. Bundesliga, 3. Liga, Champions League – wer auf deutschen Fußball wetten will, hat dort das volle Programm. Der Verzicht auf Regionalliga-Spiele ist kein Verzicht auf deutschen Fußball.
Fünftens: Anbieter, die Regionalliga-Spiele listen, kritisch prüfen. Steht der Anbieter auf der GGL-Whitelist? Wenn nein, ist das Angebot in Deutschland unerlaubt – mit allen Folgen, die diese Seite beschrieben hat: keine OASIS-Anbindung, keine LUGAS-Einbindung, keine deutsche Spielersperre, keine deutsche Rekursmöglichkeit. Wenn ja, ist er irrtümlich gelistet – was bei einem Whitelist-Anbieter praktisch nicht vorkommt, weil das Wettprogramm von der GGL-Aufsicht geprüft wird.
Was die Seite bewusst nicht macht
Diese Seite nennt keine Tipps, keine Vorhersagen, keine Systeme, die angeblich die Marge schlagen. Solche Versprechen gibt es im Internet zuhauf, und sie sind durch die Mathematik des Wettmarkts widerlegt: Die Marge gehört dem Haus, jedes System, das langfristig gewinnen will, müsste die Marge überlisten – was niemandem dauerhaft gelingt. Wer ein „sicheres System“ verkauft, verkauft entweder eine Illusion oder nimmt das Geld der Käufer.
Diese Seite nennt auch keine Bonus-Codes, keine Aktionslinks, keine Gutscheine. Die Erlaubnis nach GlüStV erlaubt Werbung durch Inhaber; sie verbietet Pay-per-Click-Vergütung an Affiliates auf Basis von Einzahlung, Einsatz oder Umsatz (§ 5 Abs. 6). Der saubere Weg, einen Anbieter zu testen, führt über die offizielle Seite des Anbieters – nicht über einen Drittanbieter, der dafür bezahlt wird, dass der Spieler einzahlt.
Häufig gestellte Fragen
Kann man in Deutschland auf die Regionalliga wetten?
Bei Anbietern mit deutscher Erlaubnis nein. Die Regionalliga ist die vierthöchste Spielklasse im deutschen Männerfußball, und der Glücksspielstaatsvertrag schließt Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Amateurbeteiligung aus. Die GGL wendet das auf Fußball unterhalb der 3. Liga an. Anbieter, die trotzdem Regionalliga-Spiele listen, stehen in der Regel nicht auf der Whitelist – mit der Folge, dass kein OASIS, kein LUGAS und kein deutsches Einzahlungslimit gelten.
Warum zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich, und was folgt daraus für Wetten?
Die GGL stuft Männerfußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich ein. Die Rechtsgrundlage ist § 21 Abs. 1a GlüStV, der Wetten auf Veranstaltungen mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren verbietet. Die Folge ist nicht eine schlechtere Quote oder ein eingeschränktes Wettprogramm, sondern der vollständige Ausschluss aus dem Wettmarkt bei erlaubten Anbietern – egal ob Einzelwette, Kombiwette oder Systemwette. Die Logik dahinter: Amateurstatus bedeutet fehlende professionelle Kontrolle, höhere Manipulationsanfälligkeit und eingeschränkte Überprüfbarkeit.
Was bedeutet es, wenn ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis Regionalliga-Spiele listet?
Es bedeutet, dass das Angebot in Deutschland nach § 4 Abs. 1 GlüStV unerlaubt ist. Eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan ersetzt die deutsche Erlaubnis nicht. Konkret: Der Anbieter ist nicht an OASIS angeschlossen, nicht an die LUGAS-Limitdatei, unterliegt nicht dem deutschen Einzahlungslimit und kann im Streitfall nicht von der GGL belangt werden. Die GGL hat am 17. September 2026 vor solchen Angeboten gewarnt und geht mit Verbotsverfügungen, Zahlungsblockaden und Netzwerkblockaden dagegen vor. Zivilrechtlich hat die deutsche Rechtsprechung in mehreren Fällen die Rückzahlung verlorener Einsätze angeordnet; der BGH hat die Frage dem EuGH vorgelegt.
Woran ist erkennbar, ob ein Wettanbieter auf der GGL-Whitelist steht?
Die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder ist die einzige verlässliche Quelle. Sie steht unter glücksspiel-behoerde.de und wird regelmäßig aktualisiert. Der Eintrag enthält die .de-Domain des Anbieters, den Genehmigungsinhaber, das Datum der ersten Erlaubnis und ggf. der Folgeverfügungen. Eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis, genauso wenig wie ein „SSL-Siegel“ auf der Anbieter-Website. Was zählt, ist der Eintrag auf der Whitelist – und das Datum, an dem die Liste eingesehen wurde.
Welche Folgen hat ein Angebot außerhalb von OASIS und LUGAS für Einzahlungslimit und Spielersperre?
Das deutsche Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, durchgesetzt über die LUGAS-Limitdatei, gilt nur für Anbieter mit deutscher Erlaubnis. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, hat diese Bremse nicht – und kann de facto mehr einzahlen, als das deutsche System erlaubt. Die Spielersperre über OASIS greift ebenfalls nur bei lizenzierten Anbietern. Eine Selbstsperre im deutschen System sperrt das Konto bei jedem Whitelist-Anbieter, nicht aber bei einem Anbieter ohne Erlaubnis. Umgekehrt: Wer sich bei einem Offshore-Anbieter sperren lässt, hat auf Plattformen mit deutscher Erlaubnis weiter freien Zugang. Die beiden Systeme reden nicht miteinander.
Wie funktionieren Quoten und Auszahlung bei höheren Ligen, und welche Rolle spielt die Sportwettensteuer?
Eine Quote ist der Multiplikator, mit dem der Einsatz im Erfolgsfall multipliziert wird. Bei einer Quote von 2,10 und einem Einsatz von 10 € erhält der Spieler 21 € zurück. Was vom Bruttoeinsatz übrig bleibt, hängt von der Marge des Anbieters ab: In der Auszahlungsquote steckt der Anteil, den der Markt an die Spieler ausschüttet, der Rest ist die Marge des Hauses. Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 % der Bemessungsgrundlage „Einsatz minus die Steuer selbst“ – effektiv rund 5,03 % des gezahlten Betrags. Sie wird vom Veranstalter geschuldet; ob er sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung. Wer wissen will, was auf seinem Wettschein steht, liest die AGB.
Fußball – grandslamwetteninfo.com
Inhalt erstellt vom Team «grandslamwetteninfo.com»
