10 Euro Freebet ohne Einzahlung bei Sportwetten 2026: Was die Werbung verschweigt

Updated Oktober 2026
Licensed
usAvailable in US
Fast payouts
18+ Only

Stand: 17. Oktober 2026 · geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL)

Ein leerer Wettschein aus Papier liegt neben einem Stapel Euro-Münzen auf einem dunklen Holztisch, seitlich von einer Schreibtischlampe beleuchtet.
Das Willkommensangebot von Winamax verdoppelt die erste Einzahlung bis zu 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets.

Wer nach einer „10-Euro-Freebet ohne Einzahlung“ sucht, landet bei zwei Sorten von Angeboten. Die erste Sorte gehört zu lizenzierten Wettanbietern, die auf der Whitelist der GGL stehen, und sie funktioniert nach deren Bedingungen: Eine qualifizierende Einzahlung ist fast immer Voraussetzung, der Einsatz der Freebet wird im Gewinnfall nicht zurückgezahlt, und an die Auszahlung der Gewinne knüpft der Anbieter eigene Fristen und Mindestquoten. Die zweite Sorte wirbt ohne Einzahlung und ohne OASIS-Abgleich, und sie kommt von Anbietern, die keine deutsche Erlaubnis haben. Genau dort gilt weder das deutsche Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat noch der Schutz der Sperrdatei, und genau dort sitzt der Leser am Ende ohne die Hilfe, die der deutsche Rechtsrahmen ihm zugedacht hat.

Diese Seite zerlegt das Angebot in seine Bestandteile: Was eine Freebet ist und worin sie sich von Bonusgeld unterscheidet, welche Rolle die Sportwettensteuer von 5,3 % spielt, welche Mindestquote und welche Umsatzbedingungen über die Auszahlung entscheiden, und welche der zehn lizenzierten Wettanbieter auf der Whitelist vom 2. Oktober 2026 in Deutschland Sportwetten mit Freebet-Mechanik anbieten. Der Blick geht durch die Angebote hindurch, nicht über sie hinweg.

Was eine Freebet ist – und was sie nicht ist

Eine Freebet ist ein Wettguthaben, das der Anbieter auf das Konto bucht und das der Spieler für eine Wette einsetzen kann, ohne eigenes Geld zu riskieren. Sieht aus wie ein Geschenk, ist aber ein Instrument. Drei Dinge muss ein Leser über jede Freebet wissen, bevor er auf „Annehmen“ klickt.

Ein Fußball liegt auf dem Elfmeterpunkt eines leeren Rasenplatzes, im Hintergrund eine Tribüne im Dunst.
Bet365 bewirbt für Neukunden „bis zu 100 € in Wett-Credits“, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.

Erstens: Der Einsatz der Freebet zählt im Gewinnfall nicht zur Auszahlung. Wer eine 10-€-Freebet auf eine Quote von 2,50 setzt und gewinnt, bekommt 25 € ausgezahlt – den Einsatz von 10 € oben drauf gibt es nicht. Das ist der größte Unterschied zu einer Echtgeldwette, die 35 € zurückzahlen würde. Bei Bet365 steht das so in den Werbebedingungen: „Wett-Credits werden nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigegeben, und Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.“ Wer das nicht liest, rechnet seinen Gewinn falsch zusammen.

Zweitens: Freebets sind fast immer an eine qualifizierende Einzahlung gekoppelt. Winamax zum Beispiel verdoppelt die erste Einzahlung bis 100 € in Freebets – ohne Umsatzbedingungen für die Freebets selbst, aber die Einzahlung muss vor der Auszahlung einmal zu einer Mindestquote von 1,05 umgesetzt werden. Bet365 gibt „bis zu 100 € in Wett-Credits“, die nach Abrechnung von Wetten im Wert der qualifizierenden Einzahlung freigeschaltet werden. Eine Freebet „ohne Einzahlung“ gibt es im lizenzierten Markt kaum – sie ist die Ausnahme, nicht die Regel, und meistens das Werbeversprechen eines Anbieters ohne deutsche Erlaubnis.

Drittens: Bonusgeld und Freebet sind zwei verschiedene Dinge. Bonusgeld ist ein zusätzliches Wettguthaben, das vor der Auszahlung umgesetzt werden muss – oft mehrfach, zu einer Mindestquote, innerhalb einer Frist. Bei Tipwin müssen Einzahlung und Bonus zusammen siebenmal in Sport- und Livewetten zu einer Mindestquote von 1,80 eingesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist. Die Freebet ist die einfachere Variante: einmal setzen, Gewinn (ohne Einsatz) behalten, fertig. Was wie ein Detail klingt, entscheidet darüber, ob der Leser seinen Gewinn überhaupt jemals ausgezahlt bekommt.

Freebet, Wett-Credit, Freiwette – drei Namen, ein Mechanismus

Die Branche verwendet die Begriffe nicht einheitlich. Bet365 spricht von „Wett-Credits“, Winamax von „Freebets“, bet-at-home von „Gratiswette“, Tipico und andere schreiben „Freiwette“. Dahinter steckt derselbe Grundtyp: ein vom Anbieter gestellter Einsatz, dessen Wert im Gewinnfall nicht zurückfließt. Der Unterschied liegt in den Bedingungen drumherum – Mindestquote, Frist, erlaubte Wettmärkte, Aktivierungsfenster.

Bei MERKUR BETS muss eine Club-Freebet innerhalb von drei Tagen unter „Meine Boni“ aktiviert werden und verfällt, wenn sie nicht innerhalb von sieben Tagen nach Erhalt genutzt wird. Sie gilt nur für Einzel- oder Kombinationswetten; System- und Mehrwegwetten sind ausgeschlossen, Cash Out ist nicht möglich, und Wetten mit Quotenboost nehmen ebenfalls nicht teil. Das ist nicht die Ausnahme, das ist die Regel: Jede Freebet trägt einen Aktivierungs- und einen Ablaufzeitraum, und fast jede schließt bestimmte Wettformen aus.

Wer mehrere Anbieter vergleicht, sollte auf vier Kennzahlen achten: den Nennwert (10 €, 20 €, 100 €), die Mindestquote (meist 1,50 bis 2,00), die Frist (3 bis 30 Tage) und die erlaubten Märkte (Einzel, Kombi, mit oder ohne Live). Wer auf diese vier Werte schaut, hat den Inhalt des Kleingedruckten in vier Zeilen.

Mindestquote und Umsatzbedingungen – wer wann was auszahlt

Die Mindestquote ist der Preis, den die Wette haben muss, damit ihr Gewinn zählt. Bei einer Freebet ohne weitere Umsatzbedingung entscheidet die Mindestquote darüber, wie der Gewinn zustande kommt: Wer auf 1,20 setzt, gewinnt fast immer, bekommt aber fast nichts. Wer auf 3,00 setzt, gewinnt selten, bekommt im Fall des Gewinns aber ein Vielfaches. Bei der MERKUR BETS Kombi-Boost-Aktion liegt die Mindestquote je Auswahl bei 1,21 – niedrig genug, dass der Spieler praktisch jede beliebige Auswahl kombinieren kann.

Bei Bonusgeld ist die Mindestquote ein Filter: Nur Wetten mit Quoten ab einem bestimmten Wert tragen zum erforderlichen Gesamtumsatz bei. Tipwin filtert auf 1,80, Wettstar verlangt das Fünffache des Bonusbetrags und der Einzahlung, und bei bpremium müssen Bonus und Einzahlung je fünfmal bei Dezimalquoten ab 1,7 umgesetzt werden, bevor eine Auszahlung möglich ist.

Die Reihenfolge ist immer dieselbe: Anbieter schreibt eine Bedingung (Umsatzfaktor × Bonus + Einzahlung), Spieler setzt diese Summe in Wetten zu einer Mindestquote um, danach wird die Auszahlung freigegeben. Wer die Rechnung vorher macht, sieht, wie viel eigenes Geld er riskiert, um den Bonus in echtes Geld zu verwandeln. Bei einem 100-€-Bonus mit siebenfachem Umsatz sind das 700 € Wetteinsatz zu Mindestquote 1,80 – bei einer durchschnittlichen Marge von 5 % auf 1X2-Märkten kostet das im statistischen Mittel rund 35 €, bevor der Bonus überhaupt auf dem Konto liegt.

Wichtig: Bei der Freebet selbst ist die Frage nach Umsatzbedingungen oft einfach zu beantworten, weil viele Anbieter sie für die Freebet ausschließen (Winamax: keine Umsatzbedingungen für die Freebets). Die Pflicht zum Umsatz liegt dann auf der Einzahlung, nicht auf dem Bonus. Wer das verwechselt, wundert sich, warum eine Auszahlung nicht funktioniert.

Die Rechtslage: Wer in Deutschland Sportwetten anbieten darf

Seit dem 1. Juli 2021 regelt der Glücksspielstaatsvertrag 2021 (GlüStV 2021) den deutschen Markt. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) mit Sitz in Halle (Saale) ist die zuständige Aufsichtsbehörde. Sie vergibt die bundesweite Erlaubnis zur Veranstaltung und Vermittlung von Sportwetten im Internet nach § 9a Abs. 1 Nr. 3, § 27f Abs. 1 GlüStV und führt die amtliche Whitelist nach § 9 Abs. 8.

Eine Waage aus Messing und ein geschlossener Aktenordner ohne Beschriftung stehen auf einem polierten Schreibtisch vor einem Fenster.
Als Anbieter von Betano führt die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder die Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Giljan, Malta (Stand der Liste: 2. Oktober 2026).

Die Whitelist ist die einzige belastbare Prüfung. Der Snapshot vom 2. Oktober 2026 listet 30 Einträge – 27 Inhaber einer Sportwetten-Erlaubnis, zwei davon zusätzlich mit Pferdewetten, und drei reine Pferdewetten-Anbieter. Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain. Aber eine .de-Domain allein beweist nichts – nur die Whitelist sagt, ob der Anbieter eine Erlaubnis hat. Wer auf der Whitelist steht, hat eine Erlaubnis nach § 9 Abs. 8 GlüStV; wer nicht draufsteht, hat keine.

Die Erlaubnis wird für fünf Jahre erteilt (§ 4c Abs. 1 GlüStV). Die Whitelist zeigt nur das Ausstellungsdatum der Erst- und Folgeerlaubnis, kein Enddatum. Was ein Leser daraus mitnehmen muss: Eine Folgeerlaubnis aus dem Dezember 2022 bedeutet, dass der Anbieter seine Erlaubnis erneuert hat; sie bedeutet nicht, dass die Erlaubnis im Dezember 2027 ausläuft, auch wenn fünf Jahre ein üblicher Rhythmus sind.

Was darf ein lizenzierter Anbieter anbieten? Festquotenwetten auf den Ausgang eines Ereignisses oder einen Abschnitt davon sowie auf Vorkommnisse im Ereignis, als Einzel- oder Kombinationswette (§ 21 Abs. 1). Live-Wetten sind während eines laufenden Ereignisses nur auf das Endergebnis oder auf das nächste Tor, den nächsten Satz oder eine ähnliche Komponente in Sportarten erlaubt, in denen solche Ereignisse selten sind (§ 21 Abs. 4). Nächstes Tor im Fußball: ja. Nächster Punkt im Tennis, nächster Korb im Basketball: nein. E-Sport-Wetten sind nach GGL-Praxis nicht zulässig, weil E-Sport nicht als Sport anerkannt ist. Wetten auf soziale oder politische Ereignisse sind nicht erlaubt, Ereignisse mit überwiegend Minderjährigen oder Amateuren ebenfalls nicht (in der GGL-Praxis zählt Fußball unterhalb der 3. Liga als Amateurbereich).

Was nicht jeder Anbieter darf: Cash Out. Es gibt keine gesetzliche oder GGL-Regelung zu Cash Out – der Anbieter entscheidet selbst, ob er es anbietet und unter welchen Bedingungen. Wer eine Freebet mit Cash Out verbinden will, sollte in die AGB des Anbieters schauen, denn bei vielen Marken ist Cash Out für Freebets ausgeschlossen (Sportingbet, Interwetten, Winamax).

Wer ohne Erlaubnis arbeitet, schadet dem Spieler

Das Angebot „10 € Freebet ohne Einzahlung, ohne OASIS“ kommt in der Regel nicht von einem Inhaber der deutschen Erlaubnis. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten wie Platincasino gewarnt – Anbieter, die in Deutschland Sportwetten oder andere Glücksspiele ohne Erlaubnis anbieten, bewegen sich im unerlaubten Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV.

Strafrechtlich kann die Organisation solcher Angebote nach § 284 StGB mit bis zu zwei Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe geahndet werden, die Werbung dafür nach § 284 mit bis zu einem Jahr. Für den Spieler sieht § 285 StGB eine Strafe von bis zu sechs Monaten oder eine Geldstrafe vor – verfolgt werden einzelne Spieler in der Praxis allerdings nicht. Was bleibt, ist die zivilrechtliche Seite: Mehrere deutsche Gerichte haben Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verurteilt. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof am 25. Juli 2024 (Az. I ZR 90/23) die Frage vorgelegt, ob die Dienstleistungsfreiheit einer solchen Rückzahlung entgegensteht; der Kläger fordert von Tipico über 3.700 € aus Sportwetten der Jahre 2013 bis 2018 zurück. Der Generalanwalt des EuGH, Nicholas Emiliou, hat in seinen Schlussanträgen vom 19. März 2026 (Rechtssache C-530/24) grundsätzlich für möglich gehalten, dass Anbieter ohne Lizenz zur Rückzahlung verpflichtet werden – mit einer Ausnahme: Wenn Behörden zugesichert haben, die Lizenzpflicht vorübergehend nicht durchzusetzen, was beim deutschen Sportwettenmarkt in der Übergangsphase bis 2020 eine Rolle gespielt hat, aber heute nicht mehr greift.

Was das für den Leser bedeutet: Eine Rückzahlung ist möglich, aber keine Garantie. Wer heute auf einer Domain ohne deutsche Erlaubnis spielt, geht das Risiko ein, dass sein Einsatz im Verlustfall weg ist und die zivilrechtliche Rückforderung vom Ausgang des EuGH-Verfahrens abhängt. Wer auf einem Whitelist-Anbieter spielt, hat diesen Weg nicht nötig.

Spielerschutz: Was die Freebet nicht aufhebt

Eine Freebet ändert nichts an den Schutzregeln des Glücksspielstaatsvertrags. Sie gilt auf demselben Konto, mit derselben Verifizierung, demselben Einzahlungslimit, derselben Sperrdatei. Drei Schutzebenen muss jeder Leser kennen, der ein Bonusangebot annimmt.

Verifizierung und Anmeldung

Die Verifizierung ist nach § 6a GlüStV für jeden Anbieter verpflichtend, mit einem Konto pro Person. Vor der vollständigen Verifizierung darf der Anbieter maximal 72 Stunden spielen lassen, mit einem Einzahlungslimit von 100 € und ohne Auszahlung. Bei Tipwin erhält nur das verifizierte Konto den Willkommensbonus; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann den Bonus erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Das ist nicht die Schikane des Anbieters, das ist das gesetzliche Verfahren.

Einzahlungslimit und LUGAS

Das gesetzliche Einzahlungslimit liegt bei 1.000 € pro Kalendermonat über alle Anbieter hinweg (§ 6c Abs. 1 GlüStV), durchgesetzt über die Limitdatei LUGAS. Wer ein höheres Limit möchte, muss dem Anbieter nachweisbare Einkommens- oder Vermögensverhältnisse belegen – eine Selbsterklärung reicht nicht. Dann sind bis zu 10.000 € möglich, in einem eng begrenzten Rahmen sogar bis 30.000 € für maximal ein Prozent der aktiven Spieler eines Anbieters. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung erst nach sieben Tagen. Diese Regeln gelten auf lizenzierten Anbietern – wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, hat diese Bremse nicht, aber auch nicht deren Schutzmechanismen.

OASIS und Selbstsperre

OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV. Sie wird bei Registrierung und Login abgefragt. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, wenn der Spieler eine Frist nennt, sonst mindestens ein Jahr. Der Panikbutton nach § 6i Abs. 3 löst eine sofortige Sperre von 24 Stunden aus. Wer sich in OASIS befindet, kann sich nicht bei einem Whitelist-Anbieter anmelden und keine Freebet aktivieren – die Sperre greift vor dem Bonus. Wer bei einem Offshore-Anbieter spielt, hat diese Sperre nicht – OASIS gilt nur auf deutschen Erlaubnisinhabern.

Sportwettensteuer: 5,3 %, die der Anbieter schuldet – nicht der Leser

Die Sportwettensteuer ist nach §§ 16–25 RennwLottG mit 5,3 % festgesetzt, berechnet auf der Bemessungsgrundlage „Einsatz abzüglich der Steuer selbst“, also rund 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 geteilt durch 105,3). Die Steuer schuldet nach § 19 RennwLottG der Veranstalter der Wette, nicht der Spieler. Ob und wie der Anbieter sie an den Kunden weitergibt, entscheidet der Anbieter selbst.

In der Praxis bedeutet das: Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quote im Hintergrund, wieder andere tragen sie selbst und werben mit „keine Wettsteuer“. Für den Leser heißt das: Wer eine Wette zu Quote 2,00 bei einem Anbieter mit voller Steuerweitergabe platziert, bekommt im Gewinnfall 1,90 × Einsatz ausgezahlt. Wer eine Freebet nutzt, die im Gewinnfall 25 € auszahlt, hat vorher schon die Steuer im Spiel gehabt – der Nettogewinn aus der Freebet hängt davon ab, wie der Anbieter die Steuer behandelt.

Wichtig: Die Zahlung der Steuer beweist keine Lizenz. Auch Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zahlen die Steuer, weil das deutsche Steuerrecht sie betrifft. Wer „5,3 % Wettsteuer“ auf der Webseite sieht, hat noch keine Aussage über die Erlaubnis nach GlüStV.

Wie viel eine 10-€-Freebet wert ist – die Rechnung

Was eine Freebet tatsächlich wert ist, lässt sich ausrechnen. Der Mechanismus: Der Spieler setzt die Freebet zu einem Preis (Quote) ein, gewinnt die Wette, erhält den Gewinn ohne den Einsatz zurück – das ist die Auszahlung. Den Erwartungswert bekommt man, wenn man den Gewinn mit der Wahrscheinlichkeit multipliziert, mit der die Quote eintritt. Bei einer Zwei-Wege-Wette mit identischen Quoten entspricht die Wahrscheinlichkeit des Eintrags gerade dem Kehrwert der Quote (genauer: dem Kehrwert der Quote, korrigiert um die Marge des Marktes).

Für ein Rechenbeispiel: Eine 10-€-Freebet, eingesetzt auf eine Zwei-Wege-Wette mit Quoten 1,90 / 1,90. Bei einem Markt ohne Marge wäre die Auszahlungsquote 1 geteilt durch (1/1,90 + 1/1,90) = 0,95 – das ist der Anteil der Einsätze, den der Markt an die Spieler zurückgibt. Die Marge ist 100 % minus 95 % = 5 %. Wer die Freebet auf diese Quote setzt und gewinnt, bekommt 10 € × (1,90 – 1) = 9 € ausgezahlt. Im Erwartungswert über viele solcher Wetten liegt der Wert der Freebet bei 9 € × Auszahlungsquote des Marktes = 9 € × 0,95 = 8,55 €. Das ist der statistische Mittelwert – die einzelne Wette kann mehr oder weniger bringen.

Bei höheren Quoten steigt der mögliche Gewinn, aber die Wahrscheinlichkeit sinkt. Bei einer Quote von 3,00 wäre der mögliche Gewinn 20 €, der Erwartungswert bei gleicher Marge läge bei 20 € × Auszahlungsquote × (1/3,00) – je nach Marktmarge zwischen 4 und 6 €. Wer als Leser die Mechanik einmal durchgerechnet hat, versteht, warum die Werbung mit „bis zu 100 € in Freebets“ selten die tatsächliche Auszahlung meint: Sie ist der Nennwert, nicht der durchschnittliche Erwartungswert.

Der Erwartungswert ist eine statistische Größe, kein garantierter Betrag. Wer eine Freebet einsetzt, kann alles oder nichts bekommen; die Rechnung beschreibt den Durchschnitt vieler solcher Wetten. Das ist der Unterschied zwischen dem, was die Werbung verspricht, und dem, was die Mathematik hergibt.

Was eine Freebet kostet: Die Kehrseite der Werbung

Wer eine Freebet annimmt, gibt kein Geld aus – aber er nimmt Bedingungen an. Drei Kostenpunkte stehen im Kleingedruckten, und alle drei schlagen auf das, was am Ende auf dem Konto landet.

Die Mindestquote: Bei Winamax muss die Einzahlung einmal zu Mindestquote 1,05 umgesetzt werden – praktisch keine Hürde. Bei Tipwin liegt die Mindestquote für den Willkommensbonus bei 1,80 – das schließt Favoritenwetten weitgehend aus und zwingt den Spieler in riskantere Märkte, in denen die Marge des Anbieters höher ist als auf klaren Favoriten.

Die Frist: MERKUR BETS gibt drei Tage zur Aktivierung und sieben Tage zur Nutzung. Wettstar gibt 60 Tage für den fünffachen Umsatz von Bonus plus Einzahlung. Wer den Bonus annimmt und dann zwei Wochen nicht spielt, riskiert den Verfall.

Die erlaubten Märkte: Freebets bei MERKUR BETS gelten nicht für System- und Mehrwegwetten und nicht für Wetten mit Quotenboost. Bei Sportingbet ist Cash Out für als FreeBet abgeschlossene Wetten nicht möglich. Bei Interwetten sind Cash-Out-Angebote für Freebets und Bonusgeld generell ausgeschlossen. Wer mit der Freebet eine bestimmte Wettstrategie verfolgt, sollte prüfen, ob die Strategie im Regelwerk des Anbieters überhaupt zulässig ist.

Diese drei Kostenpunkte sind nicht versteckt, aber sie stehen im Kleingedruckten, das die Werbung nicht zitiert. Wer sie kennt, kann Angebote vergleichen, ohne sich von großen Zahlen blenden zu lassen.

Wer in Deutschland Sportwetten mit Erlaubnis anbietet – der Vergleich

Die folgende Übersicht zeigt die zehn Wettanbieter, die auf der Whitelist der GGL mit einer Sportwetten-Erlaubnis für eine .de-Domain geführt werden, mit dem Inhaber und dem Datum der Ersterlaubnis. Die Whitelist führt keine Endtermine.

Marke Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
Betano Whitelist GGL, Inhaber: Betkick Sportsbetting Limited, San Ġiljan, Malta 19.02.2021
Sportingbet Whitelist GGL, Inhaber: Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Wettarena Whitelist GGL, Inhaber: I.B.C. Sportsbetting Limited, Sliema, Malta 09.10.2020
Winamax Whitelist GGL, Inhaber: WINAMAX (Société anonyme) 29.06.2021
NEO.bet Whitelist GGL, Inhaber: Greenvest Betting Limited 09.10.2020
AdmiralBet Whitelist GGL, Inhaber: Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
Interwetten Whitelist GGL, Inhaber: Interwetten Gaming Limited 02.11.2020
bet-at-home Whitelist GGL, Inhaber: Bet-at-home.com Internet Limited 02.11.2020
Tipico Whitelist GGL, Inhaber: Tipico Co. Limited, San Ġiljan, Malta 09.10.2020
MERKUR BETS Whitelist GGL, Inhaber: Merkur Bets Malta Limited 06.11.2023

Was die Tabelle nicht zeigt, sind die Bonusmechaniken – die unterscheiden sich von Anbieter zu Anbieter und sind im folgenden Abschnitt einzeln dargestellt.

Die zehn Anbieter im einzelnen

Betano – Freebet für die erste Kombiwette

Betano wird auf der Whitelist der GGL von der Betkick Sportsbetting Limited mit Sitz in San Ġiljan, Malta, geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis besteht seit dem 19. Februar 2021 mit einer Folgeerlaubnis vom 16. Dezember 2022. Der Anbieter gehört zu den etablierten Marken auf dem deutschen Markt und kombiniert ein breites Fußball-Wettprogramm mit Live-Wetten auf die nach GlüStV erlaubten Komponenten. Was die Freebet-Mechanik angeht, ist Betano nicht für ein einzelnes Leuchtturm-Angebot bekannt, sondern für laufende Aktionen auf ausgewählte Events. Wer dort spielt, findet Freebets eher über das Aktionsmenü als über die Startseite – und sollte die jeweiligen Bedingungen lesen, weil sie je nach Aktion variieren.

Sportingbet – Cash Out mit klaren Grenzen

Sportingbet wird auf der Whitelist von der Sportingbet (Deutschland) Limited geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 9. Oktober 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 21. Dezember 2022. Bemerkenswert ist die Cash-Out-Regel: Cash Out ist bei Einzel- und Kombiwetten möglich, nicht bei Systemwetten und nicht bei als FreeBet abgeschlossenen Wetten. Der Betrag richtet sich nach den aktuellen Quoten, wird aber erst nach der Wettauswertung gutgeschrieben – wer vor dem Spiel aussteigt, sieht das Geld nicht sofort. Für Spieler, die ihre Freebet mit Cash Out verbinden wollen, ist das eine harte Grenze.

Wettarena – Freebet im Aktionsrhythmus

Wettarena wird laut AGB von der I.B.C. Sportsbetting Limited mit Sitz in Sliema, Malta, angeboten. Die Whitelist-Erlaubnis besteht seit dem 9. Oktober 2020 mit einer Folgeerlaubnis vom 15. Dezember 2022. Wettarena ist vor allem für befristete Aktionen rund um große Fußballereignisse bekannt – wer eine Freebet sucht, sollte das Aktionsmenü im Blick behalten. Die AGB sind klar strukturiert und nennen die Anbieterin beim Namen, was die Nachvollziehbarkeit für den Leser erleichtert.

Winamax – Freebets ohne Umsatz, Einzahlung muss einmal umgesetzt werden

Winamax wird auf der Whitelist von der WINAMAX (Société anonyme) geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 29. Juni 2021 und einer Folgeerlaubnis vom 8. Dezember 2022. Das Willkommensangebot verdoppelt die erste Einzahlung bis 100 € in Freebets, ohne Umsatzbedingungen für die Freebets selbst. Die Einzahlung muss zur Auszahlung einmal umgesetzt werden (Obergrenze 100 €), bei einer Mindestquote von 1,05. Cashout-Wetten und stornierte Wetten zählen nicht zur Umsetzung. Das Angebot gilt einmal pro Kunde, IP-Adresse, Gerät, Haushalt und Bankkarte oder Bankkonto. Was Winamax von den meisten Mitbewerbern unterscheidet, ist die fehlende Umsatzpflicht auf die Freebet selbst – der Spieler kann die Freebet setzen, gewinnen und den Gewinn (ohne Einsatz) behalten, ohne weitere Wetten platzieren zu müssen. Der Cash Out ist bei Einzel-, Kombi- und MyMatch-Wetten möglich, aber nicht bei Torschützenwetten, Systemwetten, Langzeitwetten und nicht bei Wetten, die mit Freebets platziert wurden.

NEO.bet – Freebet im kleineren Anbieterrahmen

NEO.bet (Greenvest Betting Limited) ist ebenfalls seit dem 9. Oktober 2020 lizenziert (Folgeerlaubnis: 22. Dezember 2022). NEO.bet gehört zu den kleineren lizenzierten Marken und setzt auf eine schlanke Benutzeroberfläche. Für Freebet-Aktionen gilt: Der Anbieter veröffentlicht sie meist über das Konto-Menü, weniger über die Startseite. Die Bedingungen sind in der AGB nachzulesen.

AdmiralBet – Freebet im Gauselmann-Konzernverbund

AdmiralBet (Greentube Betting Malta Limited) besitzt die Erlaubnis ebenfalls seit dem 9. Oktober 2020, ergänzt um Folgeerlaubnisse (13. Dezember 2022 und 29. Juli 2024). Für virtuelle Automatenspiele auf einer Casino-Domain besteht eine separate Erlaubnis seit dem 28. September 2022. AdmiralBet ist Teil des Gauselmann-Konzerns, der auch in der Spielautomaten-Branche aktiv ist – die Sportwetten-Erlaubnis und die Casino-Erlaubnis sind getrennte Erlaubnisse mit getrennten Regeln. Freebets bei AdmiralBet erscheinen typischerweise im Aktionskalender.

Interwetten – Cash Out jederzeit widerrufbar

Interwetten wird auf der Whitelist von der Interwetten Gaming Limited geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 27. Dezember 2022. Eine Besonderheit: Der Anbieter kann Cash-Out-Angebote laut Sportsbook-Regeln ohne vorherige Ankündigung widerrufen oder deaktivieren. Für Freebets und Bonusgeld ist Cash Out nicht verfügbar. Wer mit Interwetten eine Freebet nutzt, sollte darauf vorbereitet sein, dass Cash Out für diese Wette nicht zur Verfügung steht – und dass ein Cash-Out-Angebot, das gerade noch sichtbar war, im nächsten Moment wieder verschwunden sein kann.

bet-at-home – 10-€-Gratiswette für die FIFA WM 2026

bet-at-home wird auf der Whitelist von der Bet-at-home.com Internet Limited geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 2. November 2020 und einer Folgeerlaubnis vom 22. Dezember 2022. Eine konkrete Freebet-Aktion: Die 10-€-Gratiswette auf „Sieger der FIFA WM 2026“ galt für Neukunden mit Wohnsitz in Deutschland, die sich ab dem 9. Juni 2026 über den Promotion-Link registrierten. Die Wette musste bis zum 28. Juni 2026 um 18:00 Uhr platziert werden; Gewinne daraus unterliegen keinen Umsatzbedingungen. Die Aktion ist zeitlich eng begrenzt und an ein bestimmtes Ereignis gebunden – wer sie verpasst hat, findet das Angebot in dieser Form nicht mehr.

Tipico – Freebet mit Verifizierungspflicht

Tipico (Tipico Co. Limited, San Ġiljan, Malta) ist seit dem 9. Oktober 2020 (Folgeerlaubnis: 9. Dezember 2022) als Veranstalter gelistet. Das Unternehmen wurde 2004 von Oliver Voigt, Dieter Pawlik, Mladen Pavlovic und dem Rechtsanwalt Wolfgang Kuentzle gegründet. Beim Willkommensbonus erhalten nur verifizierte Konten den Bonus; wer vor der Verifizierung einzahlt, kann den Bonus erst mit der nächsten Einzahlung beanspruchen. Wetten mit angenommenem Ticketrückkauf zählen nicht zum Umsatz; der Bonus gilt einmal je Person, Konto, Haushalt, Zahlungsmittel, Gerät und IP-Adresse. Auszahlungen sind erst nach Erfüllung der Umsatzbedingungen möglich, wenn bei einer weiteren Einzahlung noch ein Restguthaben von mehr als 1 € auf dem Konto liegt. Die zivilrechtliche Auseinandersetzung um Tipico läuft seit Jahren – der BGH hat dem EuGH die Frage vorgelegt, ob Anbieter ohne deutsche Erlaubnis zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können; Tipico ist auf der Whitelist, also greift dieser Vorwurf nicht, aber die Vorgeschichte zeigt, wie ernst die deutsche Justiz das Thema Lizenz nimmt.

MERKUR BETS – Freebet mit klaren Fristen

MERKUR BETS wird auf der Whitelist von der Merkur Bets Malta Limited geführt, mit einer Ersterlaubnis vom 6. November 2023 – das ist der jüngste Ersteintrag unter den zehn Anbietern. Eine Freebet-Aktion: Der MERKUR BETS CLUB schüttete für Kombiwetten oder Betbuilder mit mindestens drei Auswahlen und einer Gesamtquote von mindestens 4,00 bei einem Wocheneinsatz von mindestens 25 € am Montag der Folgewoche eine Freebet über 5 € aus; die Aktion lief vom 9. Juni 2025 bis 14. Juli 2025. Eine ältere Aktion: Bei einer Ersteinzahlung ab 1 € gab es eine Freebet über 25 €, und wenn die erste qualifizierende Kombiwette verlor, wurde der Einsatz bis 75 € als Freebet erstattet – sofern vor der Wette die Option „Neukunden-JokerBet“ gewählt wurde. Bei der Club-Freebet gilt: Aktivierung innerhalb von drei Tagen, Nutzung innerhalb von sieben Tagen, nur Einzel- oder Kombinationswetten, kein Cash Out, keine Quotenboost-Wetten. Bei einer gewonnenen Freebet-Wette wird der Gewinn abzüglich des Freebet-Einsatzes ausgezahlt. Der Kombi-Boost von MERKUR BETS gibt ab fünf Auswahlen einen Prozentbonus auf den Gewinn: 5 % bei fünf Auswahlen, je weiterer Auswahl 1 Prozentpunkt mehr, höchstens 30 % ab 30 Auswahlen; die Mindestquote je Auswahl beträgt 1,21; Live-Wetten mit Boost sind nicht erlaubt.

Was die zehn Anbieter verbindet – und was sie trennt

Alle zehn Anbieter stehen auf der Whitelist der GGL. Damit haben sie die Erlaubnis, in Deutschland Sportwetten im Internet zu veranstalten und zu vermitteln – und sie unterliegen dem Glücksspielstaatsvertrag mit allen Schutzregeln: Verifizierung, Einzahlungslimit, OASIS-Anbindung, Zahlungen nur auf ein Konto im eigenen Namen, Schutz der Spielergelder auf einem insolvenzgeschützten Treuhandkonto mit Auszahlung des Restguthabens innerhalb von fünf Werktagen bei Kontoschließung.

Was sie trennt, sind die Bonusmechaniken. Winamax verzichtet auf Umsatzbedingungen für die Freebets und verlangt nur die einmalige Umsetzung der Einzahlung zu Mindestquote 1,05 – das ist die einfachste Mechanik unter den zehn. Tipwin verlangt das Siebenfache von Einzahlung und Bonus zu Mindestquote 1,80. Wettstar verlangt das Fünffache von Bonus und Einzahlung innerhalb von 60 Tagen, mit 20 € Sofortbonus plus Einzahlungsbonus bis 20 €. MERKUR BETS hat ein eigenes CLUB-Programm mit wöchentlicher Freebet für aktive Spieler. bet-at-home fährt befristete Event-Aktionen wie die 10-€-Gratiswette auf den WM-Sieger 2026.

Wer die Mechaniken vergleicht, sollte auf drei Werte schauen: die Höhe des Bonus im Verhältnis zur Einzahlung, den Umsatzfaktor und die Mindestquote. Eine 100-€-Freebet mit 7-fachem Umsatz zu Mindestquote 1,80 ist nicht mehr wert als eine 25-€-Freebet ohne Umsatz zu Mindestquote 1,50 – es kommt auf das Verhältnis an, nicht auf die Zahl im Werbeversprechen.

Wettsteuer im Anbietervergleich – wer sie trägt, wer sie weiterreicht

Die Sportwettensteuer von 5,3 % auf den Einsatz abzüglich der Steuer selbst (rund 5,03 % des eingezahlten Betrags) schuldet der Anbieter. Ob er sie an den Kunden weitergibt, ist seine Entscheidung. Bei den zehn lizenzierten Anbietern sind drei Modelle verbreitet:

Manche Anbieter tragen die Steuer selbst und werben mit „keine Wettsteuer“. Für den Kunden bedeutet das: Die Quote bleibt, wie sie beworben wird; der Nettogewinn ist höher als bei Anbietern, die die Steuer vom Einsatz abziehen.

Manche Anbieter ziehen die Steuer direkt vom Einsatz ab, bevor die Wette platziert wird. Wer 10 € setzen will, sieht in seinem Wettschein nur 9,47 € als Einsatz; die Quote wird auf den geringeren Einsatz angewendet, oder der Anbieter rechnet die Steuer intern in die Quote ein.

Manche Anbieter reduzieren die Quote im Hintergrund. Die beworbene Quote und die tatsächliche Auszahlung unterscheiden sich dann um den Steueranteil.

Welches Modell ein Anbieter fährt, steht in dessen AGB oder FAQ – es ist keine Verhandlungssache, sondern Teil der Geschäftsbedingungen.

Wer bei welchem Anbieter spielen sollte – eine ehrliche Einsortierung

Eine Empfehlung in dem Sinn, dass ein Anbieter „besser“ ist als ein anderer, lässt sich aus den vorliegenden Daten nicht ableiten. Was sich sagen lässt: Für Leser, die Freebets ohne Umsatzbedingungen wollen, ist Winamax die einfachste Mechanik unter den zehn – Einzahlung einmal umsetzen, Freebet setzen, Gewinn behalten. Für Leser, die auf hohe Bonussummen Wert legen, sind Tipico und Tipwin mit bis zu 100 € Bonus die größeren Angebote, allerdings mit höheren Umsatzanforderungen. Für Leser, die ein schlankes Wettprogramm und klare AGB schätzen, sind NEO.bet, AdmiralBet und Wettarena die kleineren, aber transparenteren Marken.

Wer als Leser mehrere Anbieter gleichzeitig nutzt, sollte das Einzahlungslimit von 1.000 € pro Monat im Blick haben. Das Limit gilt kumulativ über alle Anbieter hinweg und wird über die Limitdatei LUGAS durchgesetzt. Wer bei drei Anbietern je 400 € einzahlt, hat das Limit erreicht – die vierte Einzahlung wird abgelehnt, auch wenn jeder einzelne Anbieter noch freie Kapazität hätte. Die Begrenzung ist gesetzlich, nicht anbieterbezogen.

Zahlungsmethoden: Was lizenzierte Anbieter annehmen dürfen

§ 6b Abs. 4 GlüStV erlaubt nur Zahlungen von einem Zahlungskonto, das auf den Namen des Spielers lautet und bei einem Institut besteht, das dem Geldwäschegesetz unterliegt. Anonyme Zahlungsmittel sind ausgeschlossen – das schließt Kryptowährungen und anonyme Prepaid-Karten auf lizenzierten Anbietern aus. Welche Marken ein Anbieter konkret akzeptiert, steht in dessen AGB.

Bei Betway sind Einzahlungen per Skrill ab 5 € möglich, Auszahlungen ab 10 € gebührenfrei und in der Regel innerhalb von 24 Stunden; Skrill-Einzahlungen qualifizieren nur für die Willkommens-Freiwette, nicht für den Einzahlungsbonus. Trustly ist mit gleicher Mindestsumme verfügbar, Auszahlung nur auf ein Bankkonto auf den Namen des Kunden und nach vorheriger Trustly-Einzahlung. Wer Zahlungsmittel wechselt, sollte prüfen, ob das neue Mittel für den aktiven Bonus qualifiziert.

Werbe- und Bonusregeln – was der Anbieter darf und was nicht

Werbung für Glücksspiel in Deutschland ist nach § 5 Abs. 7 GlüStV nur Inhabern einer Erlaubnis gestattet. Die Werbebeschränkungen nach § 5 Abs. 3, 6 betreffen vor allem Slots, Online-Poker und Online-Casinospiele mit einer Sendezeitbeschränkung von 6:00 bis 21:00 Uhr – diese Beschränkung gilt nicht für Sportwetten. Für Sportwetten gilt: Keine Werbung für Wetten auf ein Ereignis unmittelbar vor oder während seiner Live-Übertragung in demselben Kanal, keine Werbung mit aktiven Sportlern oder Funktionären, keine Affiliate-Vergütung nach Umsatz, Einzahlung oder Einsatz.

Der Glücksspielstaatsvertrag enthält keine Klausel, die einen Sportwetten-Bonus der Höhe nach begrenzt oder eine Umsatzquote vorschreibt. Beträge, Umsatz und Mindestquoten kommen allein aus den AGB des Anbieters.

Was eine Freebet im statistischen Mittel wert ist – das Beispiel noch einmal

Das Rechenbeispiel von vorhin lässt sich auf eine konkrete Freebet übertragen. Wer eine 10-€-Freebet auf eine Zwei-Wege-Wette mit Quote 1,90 setzt, gewinnt mit Wahrscheinlichkeit 1/1,90 = 52,6 % und erhält dann 10 € × (1,90 – 1) = 9 € ausgezahlt. Bei einem Markt mit 5 % Marge liegt die Auszahlungsquote bei 95 %, der Erwartungswert der Freebet damit bei 9 € × 0,95 = 8,55 €. Bei höheren Quoten steigt der Gewinn im Erfolgsfall, die Wahrscheinlichkeit sinkt: Bei Quote 3,00 wären es 20 € im Gewinnfall, die Auszahlungsquote desselben Marktes wäre 95 %, der Erwartungswert läge bei 20 € × 0,95 × (1/3,00) ≈ 6,33 €. Bei sehr niedrigen Quoten steigt die Trefferquote, aber der Gewinn ist klein: Bei Quote 1,20 wären es 2 € im Gewinnfall, der Erwartungswert läge bei 2 € × 0,95 × (1/1,20) ≈ 1,58 €.

Was die Rechnung zeigt: Eine Freebet ist kein Geschenk in Höhe ihres Nennwerts, sondern ein Wettguthaben, dessen statistischer Wert unter dem Nennwert liegt. Die 10-€-Freebet ist im Mittel etwa 8,55 € wert, wenn sie zu Quote 1,90 auf einem 5-prozentigen Markt eingesetzt wird. Bei höheren Quoten sinkt der Mittelwert, obwohl der mögliche Gewinn steigt. Wer das versteht, liest Werbung mit anderen Augen.

Die Rechnung ist eine statistische Schätzung über viele Wetten, keine Vorhersage für eine einzelne Wette. Wer eine Freebet auf ein Ereignis mit Quote 3,00 setzt, gewinnt oder verliert – die Rechnung beschreibt, was im Durchschnitt herauskommt, wenn man dasselbe oft genug tut.

Wer keine Lizenz hat, schweigt zur Frage

Ein letzter Punkt, der in keiner Bonuswerbung steht: Wer eine Freebet „ohne Einzahlung, ohne OASIS“ anbietet, hat in aller Regel keine deutsche Erlaubnis. Wer keine deutsche Erlaubnis hat, ist an OASIS nicht angeschlossen – der Spieler kann sich also nicht über die bundesweite Sperrdatei selbst aussperren, wenn das Spiel aus dem Ruder läuft. Wer keine deutsche Erlaubnis hat, unterliegt nicht dem Einzahlungslimit von 1.000 € im Monat, hat aber auch nicht die Schutzmechanismen des Glücksspielstaatsvertrags. Wer keine deutsche Erlaubnis hat, nimmt Zahlungen auf Wegen an, die nach § 6b Abs. 4 in Deutschland nicht zulässig sind – anonyme Mittel, Kryptowährungen, Zahlungsmittel ohne Geldwäschekontrolle.

Diese Seite hat zehn lizenzierte Anbieter aufgeführt, mit Inhaber, Erlaubnis seit und ausgewählten Mechaniken. Sie hat nicht aufgeführt, was sie nicht kennt – Anbieter ohne Whitelist-Eintrag, Aktionen ohne dokumentierte Quelle, Quoten ohne Datum. Wer dort spielt, hat keine Garantie, dass die Auszahlung am Ende funktioniert. Wer auf der Whitelist spielt, hat das deutsche Recht auf seiner Seite.

Häufige Fragen zu Freebet ohne Einzahlung

Was ist eine Freebet, und worin unterscheidet sie sich von Bonusgeld?

Eine Freebet ist ein vom Anbieter gestelltes Wettguthaben, das der Spieler ohne eigenes Geld riskiert; im Gewinnfall wird nur der Gewinn ausgezahlt, der Einsatz der Freebet nicht. Bonusgeld ist ein zusätzliches Wettguthaben, das vor einer Auszahlung mehrfach zu einer vom Anbieter vorgegebenen Mindestquote umgesetzt werden muss. Die Freebet ist die einfachere Variante, weil sie in der Regel mit einer einmaligen Wette abgewickelt ist.

Wird der Einsatz einer Freebet bei einem Gewinn mit ausgezahlt?

Nein. Der Einsatz der Freebet wird im Gewinnfall nicht zurückgezahlt. Wer eine 10-€-Freebet zu Quote 2,50 setzt und gewinnt, erhält 15 € ausgezahlt, nicht 25 €. Bei Bet365 steht das in den Werbebedingungen ausdrücklich: „Gewinne enthalten den Einsatz der Wett-Credits nicht.“ Wer mit Freebet spielt, muss den Gewinn ohne den Einsatz kalkulieren.

Gibt es bei lizenzierten Anbietern in Deutschland tatsächlich Freebets ohne vorherige Einzahlung?

Im lizenzierten Markt kaum. Die meisten Angebote – Winamax, Bet365, Tipwin, Wettstar, MERKUR BETS – sind an eine qualifizierende Einzahlung gekoppelt. Wer „ohne Einzahlung“ wirbt, ist in aller Regel Anbieter ohne deutsche Erlaubnis und damit ohne Whitelist-Eintrag. Die GGL hat am 17. September 2026 ausdrücklich vor illegalen Angeboten gewarnt. Wer dort spielt, hat keine deutsche Aufsicht, keinen OASIS-Schutz und kein Einzahlungslimit.

Welche Rolle spielen Mindestquote und Umsatzbedingungen, bevor Gewinne aus einer Freebet ausgezahlt werden?

Bei Bonusgeld entscheiden sie darüber, wann eine Auszahlung möglich ist: Tipwin verlangt das Siebenfache von Einzahlung und Bonus zu Mindestquote 1,80; Wettstar das Fünffache von Bonus und Einzahlung innerhalb von 60 Tagen; bpremium das Fünffache von Bonus und Einzahlung ab Quote 1,7. Bei einer Freebet selbst sind Umsatzbedingungen seltener – Winamax schließt sie für die Freebets aus, verlangt aber die einmalige Umsetzung der Einzahlung. Die Mindestquote bestimmt, wie der Spieler die Wette platzieren muss, damit der Gewinn zählt.

Was bedeutet der Zusatz „ohne OASIS“ bei Freebet-Angeboten, und welche Folgen hat er für den Spielerschutz?

OASIS ist die bundesweite Sperrdatei nach §§ 8, 8a GlüStV, die bei Registrierung und Login abgefragt wird. Eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, sonst ein Jahr; der Panikbutton sperrt für 24 Stunden. Wer „ohne OASIS“ wirbt, ist nicht an die Sperrdatei angeschlossen – entweder, weil der Anbieter keine deutsche Erlaubnis hat, oder weil er die Abfrage umgeht. Der Spieler verliert damit den Schutzmechanismus, der ihn bei Problemen vom Spielen ausschließt. Bei lizenzierten Anbietern ist OASIS immer aktiv.

Wie wirkt sich die Sportwettensteuer von 5,3 % auf Quote und Gewinn einer Freebet aus?

Die Steuer von 5,3 % nach §§ 16–25 RennwLottG schuldet der Anbieter, nicht der Spieler. Wie der Anbieter sie weitergibt, ist seine Entscheidung – manche ziehen sie vom Einsatz ab, andere reduzieren die Quote, andere tragen sie selbst. Bei einer Freebet schlägt die Steuer auf den Nettogewinn durch, weil der Erwartungswert ohnehin unter dem Nennwert liegt: Eine 10-€-Freebet zu Quote 1,90 auf einem 5-prozentigen Markt hat im Mittel etwa 8,55 € Wert; kommt die Steuer on top, sinkt dieser Wert weiter. Wer eine Freebet bei einem Anbieter mit Steuerweitergabe nutzt, sollte die effektive Quote im Auge behalten, nicht die beworbene.

Inhalt erstellt vom Team «grandslamwetteninfo.com»