Wettanbieter ohne Steuer 2026 – wer die 5,3 % übernimmt und wer nicht

Updated Oktober 2026
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Stand der Lizenzprüfung: 17. Oktober 2026 · Geprüft gegen die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL), Stand 02.10.2026.

Ein Stadion unter Flutlicht, aus großer Entfernung über eine dunkle Wiese fotografiert, am Himmel zieht Nebel auf.
Die Sportwettsteuer wird in Deutschland seit dem 1. Juli 2012 erhoben.

Die Sportwettensteuer ist eine der häufigsten Fragen, die sich beim Wettanbieter-Vergleich in Deutschland stellt – und gleichzeitig eine, bei der die Werbung am lautesten ist und die Mechanik am seltensten erklärt wird. Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, sagt nichts darüber, ob die Steuer nicht doch im Hintergrund steckt; sie steckt in jeder Wette, die ein Anbieter ohne deutsche Erlaubnis anbietet, und bei jedem Anbieter mit deutscher Erlaubnis entscheidet das Haus selbst, an welcher Stelle sie sichtbar wird.

Diese Seite geht der Frage nach, was „ohne Steuer“ bei einem deutschen Anbieter überhaupt bedeuten kann, was die fünf Prozent (genauer: 5,3 %) konkret an einer Wette verändern und wie sich die zehn Anbieter der GGL-Whitelist in dieser Frage unterscheiden. Drei davon legen den Betrag offen auf den Wettschein, fünf verrechnen ihn über die Quote, einer zieht ihn vom Gewinn ab und einer – in der Stichprobe – gibt an, ihn vollständig selbst zu tragen. Wer welches Modell fährt, lässt sich ohne Lizenzregister und ohne Blick in die AGB des jeweiligen Hauses nicht seriös beantworten.

Der Blick auf die Steuer ersetzt nicht den Blick auf Quote, Wettprogramm, Limits oder Spielerschutz; er ergänzt ihn. Eine hohe Quote und ein Abschlag von 5,3 % ergeben zusammen ein anderes Bild als eine niedrigere Quote ohne Abschlag. Welche Reihenfolge der eigenen Wettgewohnheiten angemessen ist, hängt davon ab, ob jemand viele Einzelwetten spielt, viele Kombinationen oder überwiegend Live-Wetten.

Grundlagen: Was die Sportwettensteuer in Deutschland ist

Die Sportwettensteuer ist eine Bundessteuer, die seit dem 1. Juli 2012 erhoben wird (siehe Bild rechtsla). Sie steht im Rennwett- und Lotteriegesetz (§§ 16 bis 25 RennwLottG) und beträgt 5,3 Prozent der Bemessungsgrundlage. Die Bemessungsgrundlage ist nach § 17 RennwLottG der Spieleinsatz abzüglich der Steuer selbst – das entspricht etwa 5,03 % des eingezahlten Betrags (5,3 / 105,3). Das ist nicht dasselbe wie „5,3 % vom Einsatz“, denn die Steuer wird nicht vom Einsatz erhoben, sondern auf der um die Steuer bereinigten Basis.

Ein Notizbuch mit handschriftlichen Rechnungen und ein Taschenrechner liegen auf einem Schreibtisch neben einer Tasse Kaffee im Licht des frühen Morgens.
Bei Wettarena fällt neben dem Wetteinsatz nur die gesondert ausgewiesene Steuer an (5,3 % des Spieleinsatzes inkl. Steuer).

Wichtig ist die Frage, wer schuldet. Das RennwLottG benennt in § 19 den Veranstalter als Steuerschuldner – den Buchmacher also, nicht den, der die Wette platziert. Der Spielende bekommt die Steuer nicht direkt in Rechnung gestellt; er sieht sie nur dann, wenn der Anbieter sie an einer der drei möglichen Stellen weitergibt: vom Einsatz, von der Quote oder vom Gewinn.

Genau hier setzt die Werbung mit „ohne Wettsteuer“ an. Sie bedeutet in der Regel nicht, dass der Anbieter keine Steuer abführt – das wäre nur möglich, wenn er die Wette im Ausland organisiert und dort weder Steuer anfällt noch eine deutsche Erlaubnis vorliegt (siehe Abschnitt zur Rechtslage unten). Sie bedeutet, dass der Anbieter die Steuer nicht an den Spielenden weiterreicht, sondern aus seiner Marge trägt oder durch eine niedrigere Quote kompensiert.

Die deutsche Erlaubnis ist nach § 9 Abs. 8 GlüStV 2021 an die Whitelist der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL) gebunden. Die Liste ist nicht nur ein Verzeichnis; sie ist die einzige Grundlage, auf der ein Anbieter in Deutschland Sportwetten vermitteln darf. Ein Anbieter, der dort nicht steht, hat keine deutsche Sportwetten-Erlaubnis – auch wenn er eine Lizenz aus Malta, Curaçao oder Anjouan vorweist, die in Deutschland keine Wirkung entfaltet.

Wie sich „ohne Steuer“ auf den Wettschein auswirkt

Wer eine 100-€-Wette zu einer Quote von 2,00 platziert, erwartet im Gewinnfall eine Auszahlung von 200 € und einen Nettogewinn von 100 €. Bei einem Anbieter mit deutschem Abschlag auf die Quote landet die Anzeige nicht bei 2,00, sondern rechnerisch bei etwa 1,90 (1 / 1,053). Der Einsatz bleibt 100 €, die Auszahlung sinkt auf rund 190 €. Wer rechnerisch die ursprüngliche Auszahlung von 200 € will, muss eine Anzeige-Quote von 2,10 spielen – exakt der Wert, mit dem 2,10 × 0,95 ≈ 2,00 ergeben.

Das Beispiel zeigt den Mechanismus, nicht eine konkrete Empfehlung. Welcher Anbieter mit seinem Modell im Einzelfall vorne liegt, hängt von der echten, nicht der angezeigten Quote ab – und die schwankt von Markt zu Markt. Eine „0 %-Wettsteuer“-Quote von 2,00 ohne Abschlag kann schlechter sein als eine 2,10 mit Abschlag, wenn der Anbieter ohne Abschlag grundsätzlich niedrigere Quoten anbietet; sie kann besser sein, wenn der Markt im Haus mit Abschlag ohnehin eng gestellt ist.

Eine Faustregel: Wer vor allem Einzelwetten spielt, achtet auf die angezeigte Quote. Wer viele Kombinationen spielt, bei denen die Quoten multipliziert werden, addieren sich die Abschläge mit jeder Wette – der Effekt wird sichtbarer, je mehr Beine auf dem Schein stehen. Wer viele Live-Wetten platziert, sieht eine dritte Komponente: Cash-Out-Angebote, die vor dem Ende des Spiels abrechnen, sind je nach Anbieter anders von der Steuer betroffen. Bei Interwetten etwa sind Cash-Out-Gewinne von der Reduktion ausgenommen, was Cash-Out im Vergleich zu Endstand-Wetten attraktiver machen kann – wiederum ohne dass es eine allgemeingültige Empfehlung wäre.

Drei Wege, ein Effekt

Drei Modelle lassen sich entlang der Steuergestaltung unterscheiden, und kein Modell ist „besser“ oder „schlechter“, ohne den konkreten Markt zu kennen:

Der vierte Fall – Anbieter trägt die Steuer vollständig – ist in Deutschland selten und in der Stichprobe dieser Seite einmal vertreten (ODDSET). Er bedeutet, dass die Quote auf den ersten Blick höher liegt als bei Konkurrenten mit Abschlag. Die Höhe der Quote hängt aber auch von der Marge des Hauses ab; eine höhere Quote kann auch ohne Steuerthema mit einem weniger scharfen Buchmacher zusammenhängen.

Sportingbet wiederum geht einen hybriden Weg. Die Wettregeln nennen „5 % des Wetteinsatzes“ nach § 17 RennwLottG und führen weiter aus, dass bei gewonnenen Wetten zusätzlich 5 % vom Bruttogewinn einbehalten werden – Einsatz und Gewinn werden also beide angefasst.

Konkrete Rechnung am Beispiel

Für eine einzelne Wette von 100 € zur angezeigten Quote 2,00 zeigt sich die Steuerwirkung so:

Diese Zahlen sind mechanische Übersetzungen der steuerlichen Wirkung; sie sind kein Preisversprechen einzelner Häuser und kein Hinweis auf das beste verfügbare Wettangebot. Welcher Weg für wen sinnvoll ist, hängt von der Art der Wetten und vom Wettverhalten ab.

Rechtslage: Warum es auf die deutsche Erlaubnis ankommt

Die Sportwettensteuer ist eine Sache, die Erlaubnis eine andere – und beide berühren sich nur am Rand. Wer eine deutsche Erlaubnis hat, organisiert in Deutschland und unterliegt der Steuer. Wer keine hat, organisiert aus dem Ausland, fällt aber in den Geltungsbereich des deutschen Glücksspielstaatsvertrags, sobald er deutsche Spielende bewirbt oder Wetten auf deutsche Sportereignisse anbietet. Die Konsequenz aus § 4 Abs. 1 GlüStV: Wetten ohne deutsche Erlaubnis sind verbotenes Glücksspiel, organisatorisch wie zivilrechtlich.

Die zentrale Karte der Frage ist die Whitelist der GGL mit Stand 02.10.2026 – sie führt 30 Einträge, davon 27 mit Sportwetten-Erlaubnis (zwei davon zusätzlich Pferdewetten). Jede gelistete Domain ist eine .de-Domain, aber eine .de-Domain allein beweist keine Erlaubnis: Die Domain ist die Spitze des Eisbergs, die Erlaubnis liegt darunter. Welcher Halter hinter einem Klick auf 888sport, Betano, Tiptorro, LeoVegas, AdmiralBet, bpremium, NEO.bet, Sportingbet, Sportwetten.de und bwin steht, ist eine Information der Whitelist, nicht der Website selbst.

Die Erlaubnis hat zwei zeitliche Bezugspunkte: das Datum der Erst- und einer möglichen Folgeerlaubnis. Die Erst-Erlaubnis läuft nach § 4c Abs. 1 GlüStV fünf Jahre, eine Folgeerlaubnis steht für eine weitere Periode. Die Whitelist zeigt nur das Ausstellungsdatum; ein Enddatum ist dort nicht zu lesen.

Was mit den Halternamen gemeint ist

Hinter jeder Domain steht eine Kapitalgesellschaft, die als Veranstalter im Register geführt wird:

Häufig sind diese Halter Gesellschaften mit Sitz in Malta – das ist der gewählte Sitz der EU-Mutter, nicht der Sitz, an dem eine deutsche Erlaubnis entsteht. Eine Malta-Lizenz hat in Deutschland keine Wirkung; die deutsche Erlaubnis steht in der Whitelist.

Offshore – warum das Werben ohne deutsche Erlaubnis teuer werden kann

Die GGL warnt Verbraucherinnen und Verbraucher regelmäßig vor unerlaubten Angeboten. Im September 2026 warb sie ausdrücklich um Vorsicht vor „Anbietern wie Platincasino“, gegen die die Behörde erfolgreich vorging – ein Hinweis, der gerade im grauen Markt zwischen „Lizenz irgendwo“ und „Erlaubnis in Deutschland“ seine Adressaten sucht.

Strafrechtlich steht die Organisation unerlaubten Glücksspiels nach § 284 StGB (bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafe), die Werbung nach § 284 Abs. 4 StGB (bis zu einem Jahr) und die Teilnahme nach § 285 StGB (bis zu sechs Monaten oder Geldstrafe). Wer auf Nummer sicher gehen will, bewegt sich innerhalb der Whitelist.

Zivilrechtlich ist die Sache komplizierter. Der Bundesgerichtshof hat dem Europäischen Gerichtshof im Juli 2024 die Frage vorgelegt, ob die EU-Dienstleistungsfreiheit einer Rückzahlungspflicht für Einsätze aus Zeiten ohne Erlaubnis entgegensteht (Az. I ZR 90/23, Tipico); ein Kläger fordert dort über 3.700 € für die Jahre 2013 bis 2018 zurück. Im März 2026 hat der EuGH-Generalanwalt Nicholas Emiliou in seinen Schlussanträgen (Rechtssache C-530/24, Tipico) grundsätzlich für möglich gehalten, dass unerlaubte Anbieter zur Rückzahlung verlorener Einsätze verpflichtet werden können – mit der Ausnahme, dass Behörden die Durchsetzung der Erlaubnispflicht für eine Übergangsphase ausgesetzt hatten. Es bleibt der EuGH; ein Urteil steht aus. Das Ganze ist eine Tendenz, kein Freibrief: Niemand bekommt eine Rückzahlung automatisch; es zeigt nur, dass die Tür in diese Richtung offen ist.

Spielerschutz: Was trotz Steuerwerbung gilt

Ein Anbieter, der „0 % Wettsteuer“ wirbt, ändert nichts an den Schutzregeln, die für ihn gelten – und nichts an den Risiken, die jenseits des Werbeversprechens bestehen. Schutz greift dort, wo eine Erlaubnis besteht; Schutz greift nicht, wo sie fehlt.

Ein Smartphone liegt mit dem Display nach unten auf einem Küchentisch, daneben stehen ein Glas Wasser und eine Armbanduhr.
Interwetten gibt in seinen AGB an, dass die Sportwettensteuer von Interwetten getragen wird; zum Ausgleich wird bei Wetten ein Quotenabschlag in Höhe von 5,3 % vorgenommen.

Innerhalb der Whitelist gilt der GlüStV 2021 mit seinem dichten Netz an Regeln: ein Konto pro Anbieter mit voller Verifizierung (§ 6a), eine gesetzliche Anmeldepflicht ab 18 Jahren (§ 4 Abs. 3) und ein einheitliches Einzahlungslimit von 1.000 € pro Kalendermonat, das über die LUGAS-Limitdatei quer durch alle Anbieter durchgesetzt wird (§ 6c Abs. 1). Das Limit lässt sich nur bei nachweisbarer wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit anheben – bis 10.000 €, in einem eng begrenzten Anteil der Kunden bis 30.000 €. Eine Selbsterklärung reicht nicht. Eine Senkung gilt sofort, eine Erhöhung nach sieben Tagen, weil die Schutzlogik Anpassungen bremst, nicht beschleunigt.

Parallel laufende Konten sind nach § 6h GlüStV ausgeschlossen; die Aktivitätsdatei zeigt jedem Anbieter, dass bereits ein Konto bei einem anderen besteht und blockiert die Anmeldung. OASIS (§§ 8, 8a) prüft bei Registrierung und Login, ob ein Spielender in der bundesweiten Sperrdatei steht; eine Selbstsperre dauert mindestens drei Monate, sofern eine Frist gesetzt wurde, sonst mindestens ein Jahr. Wer eine Stunde Auszeit braucht, drückt den Panikbutton und löst eine 24-Stunden-Sperre aus (§ 6i Abs. 3). Diese Mechanismen funktionieren nur, wenn ein Anbieter auch an sie angeschlossen ist – und das ist nur bei einem Whitelist-Anbieter der Fall.

Wer den Blick allein auf die Steuer verengt, verfehlt die Frage, was ein gutes Wettkonto ausmacht. Wer ein Konto bei einem Whitelist-Anbieter führt, bekommt die deutsche Schutzarchitektur ohne Aufpreis mitgeliefert. Wer den Blick auf einen Curaçao-, Anjouan- oder Malta-Anbieter ohne deutsche Eintragung lenkt, sollte wissen, dass OASIS, LUGAS und die Panikbutton-Regel dort nicht greifen.

Die zehn Anbieter im Vergleich

Die folgende Übersicht führt die zehn Anbieter auf, deren Sportwetten-Domain auf der GGL-Whitelist mit Stand 02.10.2026 geführt wird. Die Tabelle zeigt, wie jeder Anbieter die Sportwettensteuer nach eigenen Angaben behandelt und wann die Whitelist die jeweilige Erst- bzw. Folgeerlaubnis ausweist. Das Datum der Erlaubnis ersetzt kein Qualitätsurteil; es zeigt, wie lange der Anbieter bereits im deutschen Erlaubnisregime tätig ist.

Anbieter Whitelist-Status und Erlaubnisinhaber Sportwetten-Erlaubnis seit
888sport Whitelist GGL, Halter 888 Germany Limited 30.06.2021
Betano Whitelist GGL, Halter Betkick Sportsbetting Limited 19.02.2021
Tiptorro Whitelist GGL, Halter Torro Tec Limited 30.06.2021
LeoVegas Whitelist GGL, Halter LVSports Limited 21.10.2024
AdmiralBet Whitelist GGL, Halter Greentube Betting Malta Limited 09.10.2020
bpremium Whitelist GGL, Halter Ladbrokes (Deutschland) Limited 09.10.2020
NEO.bet Whitelist GGL, Halter Greenvest Betting Limited 09.10.2020
Sportingbet Whitelist GGL, Halter Sportingbet (Deutschland) Limited 09.10.2020
Sportwetten.de Whitelist GGL, Halter NetX Betting Limited 19.11.2020
bwin Whitelist GGL, Halter bwin (Deutschland) Limited 09.10.2020

Die Tabelle ist eine Lizenztafel, keine Wertung. Sie macht zwei Punkte sichtbar, die beim Blick in die Werbung leicht verlorengehen: Erstens steht jeder der zehn Anbieter auf der Whitelist – die Frage der „Erlaubnis in Deutschland“ ist hier einheitlich beantwortet. Zweitens zeigt die Spalte „seit“, dass sich der Markt ungleichzeitig aufgebaut hat – die Mehrheit der Anbieter hat ihre Erlaubnis am selben Datum (09.10.2020), einige wenige später, eines erst im Oktober 2024. Das hat Folgen für das, was die einzelnen Häuser in den Folgejahren an Regeln, Wettprogramm und Funktionen dazugewonnen haben.

888sport – die Haltergroßmutter und das deutsche Whitelist-Gesicht

888sport führt die Whitelist mit 888 Germany Limited als Halter; die 888 Holdings PLC an der Spitze ist seit September 2005 an der Londoner Börse notiert. Die Erst-Erlaubnis datiert auf den 30.06.2021, eine Folgeerlaubnis auf den 15.12.2022. Was „Wettsteuer“ bei 888sport in Euro und Cent heißt, hält die AGB des Hauses fest – ein Blick in das aktuelle Regeldokument vor einem Tipp klärt, ob Einsatz, Quote oder Gewinn angefasst werden. Wer einen etablierten, gelisteten Halter bevorzugt, findet hier eines der beiden ältesten Whitelist-Gesichter; wer ein jüngeres Profil sucht, geht zu einem Anbieter mit Erlaubnis ab 2024.

Betano – früher Whitelist-Eintrag mit Fußball-Schwerpunkt

Betano tritt mit der Betkick Sportsbetting Limited auf; die Erst-Erlaubnis stammt vom 19.02.2021, die Folgeerlaubnis vom 16.12.2022 – die früheste Folgeerlaubnis im Feld. Wer Fußballwetten mit Schwerpunkt Live-Märkte und europäische Top-Ligen spielt, stößt hier auf ein umfangreiches Wettprogramm. Die Frage „0 % Wettsteuer oder nicht“ beantwortet Betanos AGB.

Tiptorro – die App zuerst, die Webseite danach

Tiptorro ist eine Besonderheit: Die zugehörige App im App Store wird von der Torro Tec Limited (Malta) als „behördlich zugelassener Sportwettveranstalter unter Aufsicht der GGL“ beschrieben. Im Web führt die Whitelist Tiptorro ebenfalls auf Torro Tec Limited, mit Erst-Erlaubnis 30.06.2021 und Folgeerlaubnis 27.12.2022. Wer das App-zentrierte Wetten gewohnt ist, findet hier den klassischen Vertreter.

LeoVegas – die jüngste Erlaubnis im Feld

LeoVegas trägt seine Sportwetten-Erlaubnis erst seit dem 21.10.2024 – mit deutlichem Abstand das jüngste Datum im Feld. Die Halterin ist die LVSports Limited. „Jüngste“ bedeutet hier nicht „schwächste“: LeoVegas ist außerhalb des Sportwetten-Bereichs als Casino-Marke bekannt, und das zeigt sich an der Ausstattung der Plattform. Wer ein jüngeres Whitelist-Profil sucht und zugleich aus dem Casino-Bereich kommt, hat hier einen Einstiegspunkt.

AdmiralBet – ein Halter mit doppelter Genehmigungsspur

AdmiralBet wird auf der Whitelist über die Greentube Betting Malta Limited geführt. Die Sportwetten-Erlaubnis trägt drei Daten: 09.10.2020, eine Folge-Erlaubnis am 13.12.2022 und eine weitere am 29.07.2024. Diese drei Daten sind ungewöhnlich – sie deuten auf eine wiederholte Verlängerung oder Anpassung der Genehmigungsgrundlage hin. Für die Spielenden ändert sich dadurch der Status nicht; eine deutsche Erlaubnis bleibt eine deutsche Erlaubnis.

bpremium – die Auszahlungsgebühr als Detail

bpremium läuft über Ladbrokes (Deutschland) Limited. Ein Detail, das nicht direkt mit der Steuer zu tun hat, aber für Spielende wichtig ist: Die Auszahlungsgebühren richten sich nach der gewählten Zahlungsmethode, bei SEPA-Banküberweisungen im Euro-Raum fallen die regulären Inlandsgebühren der Banken an, auf die der Anbieter keinen Einfluss hat. Wer größere Beträge auszahlt, sollte die Hausbank-Gebühren kennen, bevor er einen Auszahlungsweg wählt. Die Sportwetten-Erlaubnis datiert auf 09.10.2020, die Folgeerlaubnis auf 21.12.2022.

NEO.bet – die ruhige Variante

NEO.bet tritt über die Greenvest Betting Limited auf, die Erst-Erlaubnis ist auf 09.10.2020 datiert, die Folgeerlaubnis auf 22.12.2022. NEO.bet gehört zu den kleineren Profilen im Feld und richtet sich an Spielende, die einen schmalen, klar geordneten Anbieter suchen. Welche Form der Steuerbehandlung NEO.bet pflegt, hält die AGB fest – eine Lektüre vor der ersten Einzahlung ist sinnvoll.

Sportingbet – Hybrid aus Einsatz- und Gewinn-Abzug

Sportingbet formuliert das Steuerthema in seinen Wettregeln am ausführlichsten: Der Anbieter nennt eine „5 % des Wetteinsatzes“ genannte Komponente nach § 17 RennwLottG und kombiniert sie mit einer Reduktion des Bruttogewinns bei gewonnenen Wetten, ebenfalls um 5 %. Einsatz und Gewinn werden also parallel angefasst. Das ist die seltene hybride Variante unter den Whitelist-Anbietern – wer genau hinschaut, sieht die Steuer auf beiden Seiten der Bilanz. Die Erlaubnis datiert auf 09.10.2020 mit Folgeerlaubnis 21.12.2022.

Sportwetten.de – das Zahlungstableau

Sportwetten.de läuft über NetX Betting Limited, Erst-Erlaubnis 19.11.2020, Folgeerlaubnis 16.12.2022. Das Zahlungsangebot ist breit: Kundenkarte, PayPal, Sofortüberweisung (Trustly), Kreditkarte (Visa und Mastercard), Banküberweisung, Skrill und Aircash; bei allen Zahlungsmethoden gibt der Anbieter „keine“ Gebühr und „sofort“ als Bearbeitungszeit an, der Mindestbetrag liegt bei Trustly, Skrill und Aircash bei 10,00 €. Wer viele Zahlungswege nebeneinander nutzt, findet hier eine gut sortierte Auswahl; Einzahlungen über Dritte sind nicht gestattet.

bwin – der bekannte Name auf der Liste

bwin tritt über die bwin (Deutschland) Limited auf, Erst-Erlaubnis 09.10.2020, Folgeerlaubnis 23.12.2022. Der Name bwin ist im deutschen Sportwetten-Publikum einer der bekanntesten – die Position auf der Whitelist bestätigt die deutsche Erlaubnis, nicht mehr und nicht weniger. Welcher Mechanismus für die Wettsteuer gilt, ist der AGB zu entnehmen.

Was die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ wirklich sagt

Wer mit „0 % Wettsteuer“ wirbt, kann Verschiedenes meinen, und nichts davon ist automatisch ein Qualitätsurteil. Drei Lesarten lassen sich unterscheiden:

ODDSET geht einen Sonderweg: Gewinne werden nach Angabe des Anbieters „auf den kompletten Einsatz ohne jeden Abzug“ ausgezahlt; weder Einsatz noch Gewinn wird mit einem Steuerabzug belegt. Damit gehört ODDSET zu der seltenen Gruppe, die die Steuer intern trägt und nicht auf den Wettschein oder die Auszahlung durchschlägt.

Was das Modell für den eigenen Wettstil bedeutet

Wer vor allem Einzelwetten mit klarer Quote spielt, kann die Modelle relativ direkt vergleichen: niedrigere Quote durch Abschlag, niedrigerer Einsatz durch Abzug vom Einsatz, niedrigerer Gewinn durch Reduktion der Auszahlung. Bei Kombiwetten verstärkt sich der Quotenabschlag mit jeder Bein-Wette – ein 5,3 %-Abschlag auf drei Beine bedeutet rechnerisch etwa 15 % weniger Auszahlung im Erfolgsfall. Wer viele Kombis spielt, achtet besser auf das Modell „Trägt der Anbieter selbst?“ als auf eine hohe Einzelquote.

Bei Live-Wetten ist die Frage nicht ganz so einfach. Viele Live-Wetten haben von Haus aus eine andere Margenstruktur als Vorab-Wetten; eine hohe Live-Quote mit Abschlag ist nicht unbedingt schlechter als eine niedrigere Live-Quote ohne Abschlag. Wer vor allem live wettet, sollte die Live-Marge mitdenken.

Wer das beste Angebot macht, hängt vom Profil ab

Es gibt keinen universellen Testsieger, kein Anbieterprofil, das für alle Spielenden gleich gut oder gleich schlecht passt. Die Frage „wer übernimmt die Steuer?“ trennt die Anbieter in vier Lager – Übernahme, Abschlag auf Quote, Abschlag auf Einsatz, Abschlag auf Gewinn – und jeder Lagerwechsel verlangt eine eigene Begründung. Wer etwa in einem Haushalt mit kleinem Wettbudget unterwegs ist, achtet anders auf Margen als ein Profil, das mit hohen Einzelwetten spielt.

Worauf sich beim Blick auf einen konkreten Anbieter immer lohnt: die Lektüre der AGB, bevor eingezahlt wird. Die AGB verrät, an welcher Stelle die 5,3 % anfallen, wie der Anbieter mit Mindestquoten umgeht (Interwetten akzeptiert etwa keine Einzelwetten unter Quote 1,10), welche Cash-Out-Regeln gelten und ob Cash-Out-Gewinne ebenfalls von der Reduktion betroffen sind. Eine Lizenz auf der Whitelist ist eine notwendige, aber keine hinreichende Bedingung – was zählt, ist, ob das, was der Anbieter mit der Lizenz macht, zum eigenen Wettmuster passt.

Wer unsicher ist, beginnt beim Vergleich der Quoten, nicht bei der Werbung: Eine echte Quote ohne Abschlag, die im oberen Drittel des Marktes liegt, schlägt eine nominell hohe Quote mit Abschlag, die im Mittelfeld liegt. Die Werbung mit „0 % Wettsteuer“ ist ein Hinweis, keine Antwort.

Häufige Fragen

Wie hoch ist die Sportwettensteuer in Deutschland, und auf welche Basis wird sie berechnet?

Die Sportwettensteuer beträgt 5,3 Prozent des Spieleinsatzes ohne die Steuer selbst. Auf 100 € Einzahlung entfallen also etwa 5,03 € Steuer. Die Steuer wird beim Veranstalter erhoben – dem Anbieter, nicht dem Spielenden. Ob und wie sie an den Spielenden weitergereicht wird, entscheidet allein der Anbieter über Einsatz, Quote oder Gewinn.

Wer schuldet die Sportwettensteuer – der Anbieter oder die Spielenden?

Die Steuer schuldet nach § 19 RennwLottG der Veranstalter. Die Spielenden sehen die Steuer nur, wenn der Anbieter sie an einer der drei Stellen weitergibt. Eine Steuerzahlung des Anbieters ist noch kein Beweis für eine deutsche Erlaubnis – die Steuerpflicht greift auch bei Anbietern ohne Whitelist-Eintrag.

Was bedeutet Werbung mit „0 % Wettsteuer“ für Quote und Auszahlung?

„0 % Wettsteuer“ bedeutet in der Regel, dass der Anbieter die Steuer aus eigener Marge trägt oder durch eine reduzierte Quote kompensiert. Welche Seite es ist, verrät die AGB. Eine nominell hohe Quote eines „0 %-Anbieters“ kann durchaus schlechter sein als eine niedrigere Quote eines Wettbewerbers, der mit Abschlag arbeitet – entscheidend ist die echte Quote, nicht das Werbeversprechen.

Wie wird ein Gewinn berechnet, wenn der Anbieter einen Quotenabschlag von 5,3 % vornimmt?

Bei einem Abschlag von 5,3 % auf die Quote wird die angezeigte Quote mit 1 / 1,053 multipliziert. Eine „echte“ Quote von 2,10 erscheint als 2,00; der Einsatz bleibt 100 €, die Auszahlung 200 €. Bei 100 € Einsatz und angezeigter Quote 2,00 ergibt sich eine Auszahlung von etwa 190 € – ein Nettogewinn von etwa 90 €.

Warum bieten Seiten ohne deutsche Erlaubnis Wetten ohne Steuer an, und was fehlt dort?

Seiten ohne deutsche Erlaubnis organisieren aus dem Ausland und unterliegen nicht der Rennwett- und Lotteriegesetz-Steuerpflicht in der Form, wie sie ein in Deutschland tätiger Anbieter einhalten müsste. Sie können die Steuer theoretisch entfallen lassen – rechtlich fallen sie aber unter unerlaubtes Glücksspiel nach § 4 Abs. 1 GlüStV, und OASIS, LUGAS und der Panikbutton greifen dort nicht.

Seit wann wird die Sportwettensteuer in Deutschland erhoben?

Die Sportwettensteuer wird seit dem 1. Juli 2012 erhoben. Sie ist Teil des Rennwett- und Lotteriegesetzes und wird vom Bundesfinanzministerium über die Finanzämter eingezogen. Die Einnahmen daraus beliefen sich 2023 auf rund 409 Millionen Euro – 116,8 Prozent über dem Wert von 2013.

Wer schuldet die Steuer, wer trägt sie?

Die Steuer entsteht beim Anbieter in Deutschland. Sie entsteht auch beim Anbieter ohne deutsche Erlaubnis, wenn er seine Wetten in Deutschland anbietet – die Steuerpflicht greift nicht erst mit der Lizenz. Das macht die Sache kompliziert: Auch ein Anbieter, der in Deutschland nicht erlaubt ist, kann eine Steuer ans Finanzamt abführen und auf seinem Wettschein „0 % Wettsteuer“ ausloben. Die Steuerzahlung belegt keine Lizenz.

Wer als Spielender die Steuer zu tragen hat, hängt allein vom Anbieter und seinem Geschäftsmodell ab:

Wettarena ist ein Beispiel für den ersten Weg: Laut den Spielrelevanten Informationen fallen neben dem Wetteinsatz 5,3 % des Spieleinsatzes inklusive Steuer als gesondert ausgewiesene Posten an – der Anbieter macht die Steuer auf dem Wettschein sichtbar (siehe Bild grundlag).

Interwetten wählt einen anderen Weg. Die AGB (Abschnitt G.8) beschreiben, dass die Steuer vom Haus getragen und zum Ausgleich auf alle Quoten ein Abschlag von 5,3 % angewendet wird – die Wette selbst wandert um 5,3 % nach unten, unabhängig vom Ausgang (siehe Bild spielerschu). Welche Konsequenz das für eine konkrete Auszahlung hat, rechnet der nächste Abschnitt durch.

Inhalt erstellt vom Team «grandslamwetteninfo.com»